Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

"Jede erdenkliche Hilfe": EZB und EU lassen Griechenland nicht allein

Funktioniert es erneut? Mit markigen Worten rettet EZB-Chef Draghi 2012 den Euro. Nun sichern EU und Notenbank Griechenland ähnlich deutlich weitere Unterstützung zu - auch nach den Hilfsprogrammen. Genau deren Ende hatte zuletzt den Märkten Sorgen bereitet.

Die EU-Kommission und die EZB haben sich hinter das nach wie vor finanziell angeschlagene Griechenland gestellt. Europa werde Athen weiterhin "jede erdenkliche Hilfe" leisten, um "akzeptable finanzielle Bedingungen" für den griechischen Staat sicherzustellen, sagte der für Wirtschaft zuständige Kommissionssprecher Simon O'Connor. Auf dem Weg zurück an die Finanzmärkte wolle Europa Griechenland behilflich sein - niemand solle dies anzweifeln.

Kurz zuvor hatte die griechische Notenbank mitgeteilt, dass der griechische Finanzsektor zusätzliche Unterstützung von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommt. Demnach wird die EZB Sicherheiten, die griechische Banken bei ihr für den Erhalt frischer Kredite parken müssen, etwas besser bewerten als bisher. Dadurch ergibt sich ein zusätzliches Volumen von 12 Milliarden bis 15 Milliarden Euro, die sich die Banken bei der EZB leihen können.

Griechenland kommt besser an Geld

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Wie die EZB mitteilte, muss diese Entscheidung jedoch noch durch entsprechende rechtliche Maßnahmen umgesetzt werden. "Die Entscheidung sieht vor, dass die Bewertungsabschläge gesenkt werden, da sich die Marktbedingungen für griechische Staatspapiere seit 2013 insgesamt verbessert haben."

Die EZB akzeptiert seit 2012 staatlich garantierte Papiere Griechenlands als Repo-Sicherheit, obwohl diese Papiere nicht mehr das geforderte Rating von BBB- haben. Dafür hatte die EZB höhere Bewertungsabschläge vorgenommen, die sie nun angesichts der seit 2013 eingetretenen Marktentspannung wieder senken will.

Die Angst ist zurück

"Diese Entscheidung sollte auf keinen Fall als eine kurzfristige Reaktion auf den jüngsten Marktstress interpretiert werden", sagte ein EZB-Sprecher. Seit einigen Tagen herrscht an den Finanzmärkten wieder massive Furcht, dass Griechenland früher als geplant aus den internationalen Hilfsprogrammen aussteigen und dann erneut in Schwierigkeiten geraten könnte. Am Dienstag und Mittwoch war die Athener Börse jeweils um mehr als fünf Prozent abgestürzt. Zugleich stiegen die Zinsen für griechische Staatsanleihen.

Griechenland hat seit dem Beginn der Krise im Jahr 2010 im Zuge von zwei internationalen Hilfsprogrammen insgesamt 240 Milliarden Euro erhalten. Im Gegenzug hat sich Athen zu einer rigiden Spar- und Reformpolitik verpflichtet, die im Land immer wieder für Proteste sorgt.

Das Hilfsprogramm über den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) läuft am Jahresende aus, 1,8 Milliarden Euro können daraus noch ausgezahlt werden. Damit Griechenland nicht weiter unter der strengen Aufsicht steht, will die Regierung in Athen ein drittes umfassendes Hilfsprogramm verhindern und das noch bis 2016 laufende IWF-Programm vorzeitig beenden. Analysten fürchten aber, dass das Land noch nicht bereit ist, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen.

Quelle: n-tv.de

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