Familienunternehmen klagt in ChinaEin Haibao ist kein Kärcher
Die gelben und grauen Produkte von Kärcher sind weltbekannt - und erfolgreich. Trittbrettfahrer wissen das, vor allem in China. Dort verschafft sich das deutsche Familienunternehmen jetzt Respekt mit einer erfolgreichen Klage gegen ein Nachahmerprodukt.
Der Reinigungsspezialist Kärcher hat sich in China erfolgreich gegen Plagiate eines Konkurrenten gewehrt. Wie das Familienunternehmen mitteilte, darf Wenzhou Haibao ein bestimmtes von Kärcher abgekupfertes Gerät nicht weiter herstellen. Außerdem müsse der Wettbewerber eine Kompensationszahlung in unbekannter Höhe leisten. Kärcher hatte in China einen Prozess wegen unlauteren Wettbewerbs angestrengt.
Kärcher-Chef Hartmut Jenner sagte: "Unser Vertrauen in die chinesischen Gerichte und Behörden hat sich ausnahmslos bestätigt." Sie hätten das geistige Eigentum in vollem Umfang geschützt. In dem Verfahren vor dem Bezirksgericht in Guangzhou ging es um gewerbliche Hochdruckreiniger.
Das deutsche Unternehmen hatte im vergangenen Jahr so viele Geräte wie nie zuvor verkauft. 2012 stieg der Absatz den Angaben zufolge von rund 8 Millionen Stück im Vorjahr auf 10,8 Millionen. Auch beim Umsatz verbuchte Kärcher mit mehr als 1,9 Mrd. Euro (plus 13 Prozent) einen neuen Rekord. Geräte für Profis machen Jenner zufolge etwa die Hälfte vom Umsatz aus. Kärcher produziert diese Profi-Geräte in Europa flächendeckend in Anthrazit. Außerhalb Europas soll die Farbe in den kommenden sechs Monaten vollständig eingeführt werden. Geräte für den Privatgebrauch sind geld.
Jenner hatte jüngst erklärt: "Die Geschäfte sind in fast allen Regionen sehr gut gelaufen." Ein Minus habe es aber bei den Erlösen in Südeuropa gegeben. Für das kommende Jahr plane Kärcher vorsichtiger: "Unserem Plan 2013 liegt ein Wachstum im einstelligen Bereich zugrunde", kündigte Jenner an. "Die Rahmenbedingungen sind etwas schwieriger." Da kommt ein gewonnener Rechtsstreit im Wachstumsmarkt China gerade recht.