Wirtschaft
Menschen über 65 Jahre verdienen mehr als früher.
Menschen über 65 Jahre verdienen mehr als früher.(Foto: dpa)
Mittwoch, 10. Mai 2017

Trotz steigender Altersarmut: Einkommen älterer Menschen nimmt zu

Ältere Menschen haben im Schnitt heute deutlich mehr Geld zur Verfügung als früher. Das zeigt eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft. Dennoch steige in Deutschland die Gefahr von Altersarmut.

Das Einkommen älterer Menschen ist nach einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den vergangenen drei Jahrzehnten im Schnitt deutlich stärker gestiegen als das von Jüngeren. Demnach haben die verfügbaren Einkommen der 65- bis 74-Jährigen in Westdeutschland seit Mitte der 1980er-Jahre um durchschnittlich 52 Prozent zugelegt. Das geht aus einer Auswertung des Sozio-ökonomischen Panels hervor.

Die Einkommen von Menschen unter 45 Jahren stiegen laut der Studie dagegen nur um 21 bis 31 Prozent. Für das Sozio-ökonomische Panel werden jährlich Tausende Haushalte in Deutschland befragt. Allein seit der Wende wuchsen die Einkommen der Älteren laut der Studie um 25 Prozent, die der Jüngeren nur um zehn Prozent.

Fand sich 1984 noch knapp ein Drittel der Ruheständler im untersten Einkommensdrittel wieder, waren es 2014 nur noch 19 Prozent. Dafür leben immer mehr Ältere im mittleren Einkommensbereich. Grund dafür sind aber nicht etwa steigende Rentenniveaus: 1970 lag das Rentenniveau noch bei 55,2 Prozent des durchschnittlichen Bruttogehalts - 2015 waren es nur noch 47,7 Prozent. Stattdessen spielt private und betriebliche Altersvorsorge eine stärkere Rolle.

Altersarmut droht zu steigen

Dennoch zeige sich gerade in den vergangenen Jahren auch ein wachsendes Armutsrisiko für Menschen im Ruhestand, so das IW. Der Anteil derjenigen, die im Alter eine Grundsicherung beziehen, habe sich zwar zwischen 2005 und 2015 von 2,2 auf 3,1 Prozent erhöht. Dabei sei aber nicht klar, ob es wirklich mehr bedürftige Rentner gebe als früher oder ob Rentner heute nur häufiger die Grundsicherung in Anspruch nehmen, als es zu Zeiten der Sozialhilfe der Fall war, so die Autoren.

Bei den unter 65-Jährigen sind aber inzwischen fast zehn Prozent auf Grundsicherung angewiesen. Diese Entwicklung sei problematisch. Denn die These, dass eine Armutsgefährdung im Erwerbsleben zu einem Armutsrisiko im Alter führe, liege nahe. Schon jetzt zeige sich bei den Älteren seit dem Jahr 2000 ein leichter Anstieg des Armutsrisikos. Der sei hauptsächlich auf einen Anstieg bei den 65- bis 74-Jährigen in Ostdeutschland zurückzuführen.

Den Grund hierfür sehen die Autoren darin, dass inzwischen mehr Menschen ins Rentenalter kommen, bei denen Erwerbszeiten vor der Wende weniger ins Gewicht fallen. Denn die in der ehemaligen DDR erworbenen Rentenansprüche und Beschäftigungszeiten seien zuvor großzügig angerechnet worden. Trotz dieser Entwicklung liege das Armutsrisiko bei den älteren Altersgruppen nach wie vor unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.

Quelle: n-tv.de

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