HDE hebt Jahresprognose anEinzelhändler bester Laune
Im deutschen Einzelhandel herrscht wieder Optimismus: Zum ersten Mal seit zehn Jahren äußern sich die Unternehmen des Branchenverbands HDE mehrheitlich wieder zuversichtlich über ihre Geschäftsaussichten. Umsatzprognose auf nominal plus 1,5 Prozent nach oben.
Der deutsche Einzelhandel blickt angesichts der Entspannung am Arbeitsmarkt und der anziehenden Konjunktur so optimistisch in die Zukunft wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Einzelhandelsverband HDE erwartet nun ein Umsatzplus von 1,5 Prozent 2010, nachdem die Experten zu Jahresbeginn noch eine Stagnation befürchtet hatten. Die Händler blickten voll Zuversicht auf das anstehende Weihnachtsgeschäft, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth in Düsseldorf weiter. Auch die Gewinnlage vieler Händler habe sich verbessert. Und auch für 2011 sei der Verband "nicht pessimistisch".
"So positiv haben die Unternehmen seit zehn Jahren nicht in die Zukunft geblickt", sagte Genth. Zu Jahresbeginn hatte sich der HDE noch weit pessimistischer gezeigt und prognostiziert, dass die Branche 2010 wohl nicht besser abschneiden werde als im Krisenjahr 2009. Dann entwickelte sich der Arbeitsmarkt aber besser als erwartet, die Verbraucher ließen mehr Geld in den Läden. Vor allem bei Unterhaltungselektronik, Textilien und Schmuck griffen Kunden zu.
Rückkehr zur Normalität
"Das Vertrauen der Verbraucher kommt zurück", sagte Genth. Dies war in der Vergangenheit durch Mehrwertsteuererhöhungen und Wirtschaftskrisen erschüttert worden, die dazu führten, dass die Bürger ihr Geld aufs Konto und nicht in die Läden brachten. Nun gebe es "einen Einstieg in die Rückkehr zur Normalität", freute sich der Verbandschef. Die Bundesregierung dürfe die Bürger aber 2011 nicht über die absehbar steigenden Sozialabgaben und Gesundheitskosten hinaus belasten. Zudem müssten gerade mittlere Einkommen entlastet werden. "Wir sind noch nicht komplett über den Berg", warnte Genth.
Der HDE steht mit seinem Optimismus nicht allein. Das Statistische Bundesamt hatte erklärt, eine steigende Nachfrage nach Bekleidung, Haushaltsgeräten und Drogeriewaren habe dem deutschen Einzelhandel um Branchengrößen wie Metro, Karstadt, Douglas oder Gerry Weber einen erfolgreichen Start in die zweite Jahreshälfte beschert. Auch die Konsumforscher der Nürnberger GfK berichteten, der Aufschwung hebe die Stimmung der Verbraucher. Nach Prognose der Commerzbank werden die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte in diesem Jahr um mehr als zwei Prozent zulegen.