Wirtschaft
Unerwartet große Nachfrage: In einem Herrenausstatter in Hamburg zeigt ein Verkäufer die größte Hose im Sortiment.
Unerwartet große Nachfrage: In einem Herrenausstatter in Hamburg zeigt ein Verkäufer die größte Hose im Sortiment.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr Mode, Schuhe und Kosmetika: Einzelhändler feiern das Frühjahr

Ein starker Impuls aus Deutschland zaubert Konjunkturexperten zuversichtliche Lachfalten ins Gesicht: Die Nachfrage der Konsumenten übertrifft im Februar alle Erwartungen. Der Einzelhandel meldet bemerkenswert starke Zahlen.

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Die deutschen Einzelhändler haben ihren Umsatz im Februar überraschend gesteigert. Preisbereinigt (real) nahmen sie 1,3 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vorfeld befragte Ökonomen hatten dagegen mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Im Januar gab es ein revidiertes Plus von 1,7 Prozent, das damit niedriger ausfiel als zunächst mit 2,5 Prozent ermittelt.

Im Vergleich zum Februar 2013 zählten die Einzelhändler real 2,0 Prozent mehr in den Kassen. Einen auffallend starken Effekt entwickelte die Nachfrage nach Bekleidung. Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren legte mit 6,1 Prozent bemerkenswert deutlich zu. Das Geschäft in Apotheken sowie mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten zog mit 6,0 Prozent ähnlich stark an. Die geringsten Zuwächse gab es im Handel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit 0,3 Prozent sowie im Lebensmittelhandel mit 0,4 Prozent.

"Viel stärker als erwartet"

Der Einzelhandelsverband HDE erwartet in diesem Jahr einen Umsatzzuwachs von 1,5 Prozent. 2013 waren es 1,1 Prozent. Die Konsumlaune der Deutschen ist wegen der Rekordbeschäftigung und der Aussicht auf steigende Löhne derzeit so gut wie seit Jahren nicht mehr, erklärten die Marktforscher der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gestützt auf ihre Verbraucherumfrage. Allerdings profitiert der Einzelhandel nur bedingt davon, weil das Geld derzeit vor allem in Dienstleistungen, Renovierungen und Reisen fließt.

"Die Zahlen waren viel stärker als erwartet", sagte Nordea-Analyst Holger Sandte in einer ersten Reaktion. Der Ökonom erkannte darin "ein weiteres Indiz für ein kräftiges Wachstum im ersten Quartal. Wenn das Verbrauchervertrauen ein nützlicher Maßstab ist, dann sollte es mit dem privaten Verbrauch insgesamt und auch im Einzelhandel weiter aufwärts gehen. Der Konsum dürfte in diesem Jahr eine zentrale Stütze des Wachstums sein."

"Der deutsche Konsum gewinnt an Fahrt", pflichtete ihm Konjunkturexperte Christian Schulz von der Berenberg Bank bei. "Die Einzelhandelsumsätze könnten im ersten Quartal um 1,6 Prozent steigen. Das wäre das größte Plus seit dem vierten Quartal 2009. Die Tarifverhandlungen versprechen großzügige Lohnerhöhungen. Die Konjunkturbelebung steigert die Arbeitsplatzsicherheit und das Vertrauen. Wir erwarten daher, dass sich der Trend fortsetzen wird, obwohl die Krim-Krise vorübergehend das Vertrauen ein bisschen belasten dürfte."

Quelle: n-tv.de

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