Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Mega-Fusion in Nordamerika: Eisenbahnen wollen die Öl-Welle reiten

Die USA sind angesichts der Fracking-Methode auf dem besten Weg, ihre Energieversorgung gravierend umzustellen. Doch das gewonnene Öl muss auch transportiert werden. Es schlägt die Stunde der Eisenbahn.

Zwei der größten Eisenbahnbetreiber Nordamerikas prüfen offenbar einen Zusammenschluss. Die Canadian Pacific Railway sei mit dem Vorschlag einer Fusion auf den US-Wettbewerber CSX zugegangen, berichten mehrere Informanten. Allerdings lehnten die Amerikaner einen Zusammenschluss zunächst ab, und es ist unklar, ob es jetzt weitergeht.

Eisenbahnen sind insbesondere wegen des Booms der Öl- und Schiefergasförderung in den USA wieder dick im Geschäft. Es werden Transportkapazitäten benötigt, um Materialien in die Fördergebiete und die Energieträger von den Öl- und Gasquellen weg zu bringen. Die Eisenbahn kommt immer da zum Einsatz, wo Pipelines nicht gebaut werden können oder sich nicht lohnen, etwa in North Dakota, Pennsylvania, New Jersey oder an der kanadischen Atlantikküste.

Fusion ergab Sinn

Ein fusionierter Konzern CP-CSX hätte eine Marktkapitalisierung von 62 Milliarden US-Dollar und könnte vermutlich noch besser die Welle des Ölbooms in Nordamerika reiten. CSX betreibt vor allem Schienen im Mittleren Westen und schafft das Öl an die US-Ostküste. Was den US-Amerikanern fehlt, ist ein Schienennetz in North Dakota, wo wiederum die Kanadier gut aufgestellt sind. Beide zusammen könnten das Öl gut auf ihrem eigenen Netz bis zu den Raffinerien im Nordosten des Landes schaffen.

Eine Fusion der beiden Konzerne wäre die größte seit Jahren in dem Sektor. Zuletzt hatte im Jahr 2010 das Investmentvehikel von Warren Buffett - Berkshire Hathaway - für 26 Milliarden Dollar den Eisenbahnbetreiber Burlington Northern Santa Fe Corp übernommen. Anfang dieses Jahres kaufte Buffet 5000 Kesselwagen.

Allerdings würden weitere Bemühungen der Kanadier um eine Fusion nicht automatisch zu einem Erfolg führen. US-amerikanische Behörden, allen voran die Eisenbahnaufsicht, haben ein gewichtiges Wort mitzureden, und Letztere hat Fusionen in der Vergangenheit auch schon vereitelt. Insbesondere bei einer feindlichen Übernahme würde der Regulierer ganz besonders genau hinschauen.

Quelle: n-tv.de

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