Wirtschaft
Laut EnBW reichen die bis 2020 geplanten Einsparungen von 400 Millionen Euro nicht aus.
Laut EnBW reichen die bis 2020 geplanten Einsparungen von 400 Millionen Euro nicht aus.(Foto: dpa)

Konventioneller Strom unrentabel: EnBW plant Personalabbau

EnBW kehrt 2015 zurück in die Gewinnzone. Dennoch kündigt das Unternehmen an, sein Sparprogramm zu verschärfen - das Geschäft mit konventionellem Strom verursacht zu hohe Verluste. Der Konzernumbau soll deswegen vorangetrieben werden.

Der drittgrößte deutsche Energiekonzern EnBW weitet sein Sparprogramm trotz eines Gewinns von 125 Millionen Euro im vergangenen Jahr aus. "Wir werden, ob uns das gefällt oder nicht, nochmal einen Gang hochschalten", sagte Vorstandschef Frank Mastiaux. Dies betreffe auch das Personal.

In welcher Größenordnung Stellen abgebaut werden, ließ das Management offen. Einzelheiten sollen in den nächsten Monaten geklärt werden. Insgesamt beschäftigt EnBW rund 20.300 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist fast vollständig in öffentlicher Hand.

Strompreise auf dem tiefsten Stand seit Jahren

EnBW kämpft wie auch Eon und RWE mit dem immer unrentableren Geschäft mit konventionellen Kraftwerken. Ursache sind die fallenden Großhandelspreise für Strom - wegen des Ökostromausbaus und Überkapazitäten bei den Kraftwerken waren sie auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. Alle drei Energieversorger mussten hohe Abschreibungen auf ihre Kraftwerke vornehmen.

Besserung ist nach Ansicht von EnBW-Finanzchef Thomas Kusterer weder kurz- noch mittelfristig in Sicht. Für das laufende Jahr erwartet er einen Rückgang des Betriebsgewinns um noch einmal 5 bis 10 Prozent. Die bis 2020 geplanten Einsparungen von rund 400 Millionen Euro reichten nicht aus, sagte er. Das Unternehmen müsse mit weiteren Sparmaßnahmen gegenhalten. Gleichzeitig soll der Umbau weg von Atom- und Kohlestrom hin zu Windenergie und Gas vorangetrieben werden.

2014 hatte EnBW noch einen Verlust von fast 500 Millionen Euro verzeichnet. In die Gewinnzone kehrte das Unternehmen vergangenes Jahr unter anderem durch den Verkauf von Aktien anderer Unternehmen zurück. Die Aktionäre, darunter das Land Baden-Württemberg mit einem Anteil von knapp 47 Prozent, sollen für 2015 eine auf 55 Cent von 69 Cent je Aktie gekürzte Dividende erhalten.

Quelle: n-tv.de

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