Wirtschaft
80 Anlagen will EnBW nördlich von Rügen installieren.
80 Anlagen will EnBW nördlich von Rügen installieren.(Foto: picture alliance / dpa)

Konzernumbau schreitet voran: EnBW verkauft halben Windpark

Der Versorger EnBW sammelt einen hohen dreistelligen Millionenbetrag mit seinem Windpark vor der Ostseeinsel Rügen ein. Ein Finanzinvestor greift zu. Mit dem Ertrag will sich das Unternehmen aus der Abhängigkeit von Kohle und Atom lösen.

Der Energieversorger EnBW hat einen großen Anteil an seinem neuen Windpark in der Ostsee an den Finanzinvestor Macquarie Capital  verkauft. Die Australier zahlten für die Beteiligung von knapp 50 Prozent am Windpark EnBW Baltic 2 nördlich von Rügen 720 Millionen Euro, teilte EnBW mit.

Bisher seien 34 der insgesamt 80 Windkraftanlagen installiert. In den kommenden Wochen sollen sie erstmals Strom ins Netz einspeisen. Betrieb und Wartung des Windparks bleibt in der Hand von EnBW. EnBW Baltic 2 wird 32 Kilometer nördlich der Ostseeinsel Rügen gebaut. Die komplette Inbetriebnahme von EnBW Baltic 2 ist für das Frühjahr vorgesehen. Der Offshore-Windpark kann laut EnBW jährlich 1200 Gigawattstunden Strom für rechnerisch rund 340.000 Haushalte erzeugen und 900.000 Tonnen CO2 einsparen.

Der drittgrößte deutsche Energieversorger baut seit der Energiewende das Geschäft mit erneuerbaren Energieträgern aus und fährt die Stromerzeugung aus Atom- und Kohlekraftwerken zurück. In den kommenden Jahren will der Konzern insgesamt über 7 Milliarden Euro in die strategische Neuausrichtung der Aktivitäten investieren - rund die Hälfte davon allein in den Ausbau der Windkraft. Das Unternehmen hat aber derzeit wegen der geringen Auslastung von Gas- und Kohlekraftwerken mit Verlust zu kämpfen.

Die EnBW nutze Beteiligungsmodelle, um mit dem zusätzlichen finanziellen Spielraum weitere Wachstumsprojekte voranzutreiben, sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Am EnBW-Windpark Baltic 1 - 16 Kilometer nördlich der Halbinsel Darß/Zingst - sind bereits 19 Stadtwerke, vor allem aus Baden-Württemberg, zu 49,9 Prozent beteiligt. Auch ihre Windparks an Land finanziert die EnBW gemeinsam mit regionalen Energieunternehmen.

Quelle: n-tv.de

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