Wirtschaft
Starkes Vorsteuerergebnis, schwacher Ausblick: Der Eon-Schriftzug an der Essener Zentrale.
Starkes Vorsteuerergebnis, schwacher Ausblick: Der Eon-Schriftzug an der Essener Zentrale.(Foto: picture alliance / dpa)

Aktie stürzt ab: Eon stellt Prognose in Frage

Deutschlands größter Energiekonzern Eon steigert seinen Gewinn deutlich. Das Management hält zwar an der Prognose für dieses Jahr fest, doch wegen der schwachen Konjunktur und der Branchenkrise wackelt die Vorhersage für 2013. Eon-Chef Teyssen will auch die Dividende anfassen.

Johannes Teyssen (Archivbild).
Johannes Teyssen (Archivbild).(Foto: dapd)

Der größte deutsche Energiekonzern Eon kämpft anderthalb Jahre nach der Atomwende mit einer sinkenden Marge im Stromgeschäft. Trotz Zuwächsen in den ersten neun Monaten dieses Jahres stellte Vorstandschef Johannes Teyssen die Prognosen für 2013 und 2015 in Frage. Die Aktie geriet daraufhin am deutschen Aktienmarkt heftig unter Druck und rutschte als schwächster Titel im Eon verhagelt dickes Dax-Plus zeitweise bis zu 10 Prozent ab.

"Insbesondere im Stromerzeugungsgeschäft stehen wir vor immensen Belastungen", sagte er. Dank günstigerer Gasbezüge und dem Wegfall von Einmalbelastungen aus der Atomwende legte Eon von Januar bis Ende September beim Ergebnis noch über den Markterwartungen zu. Die Prognose für 2012 tastete Teyssen auch nicht. an.

In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 35 Prozent auf 8,8 Mrd. Euro. Der für die Dividende nachhaltige Überschuss sei sogar um 155 Prozent auf 4 Mrd. Euro nach oben geschossen, hieß es. Im Gesamtjahr erwartet Eon weiter ein Ebitda zwischen 10,4 und 11 Mrd. Euro. Die Aktionäre sollen für 2012 noch einmal eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie erhalten.

Großhandelspreise fallen

Eon kämpft wie etwa die Konkurrenten ENBW und Vatttenfall mit gesunkenen Großhandelspreisen für Stromriesen zeigen auf Staat . Diese sind wegen der schwächeren Nachfrage der Industrie in den schuldengeplagten Ländern Südeuropas und angesichts einer Überkapazität an Kraftwerken auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen. Die privaten Verbraucher profitieren davon kaum, da zugleich Steuern und Abgaben im Haushaltskundenpreis gestiegen sind.

Eon erwägt wie der Essener Rivale RWE, der am Mittwoch seine Zahlen vorlegt, Kraftwerke zu schließen. "Wir optimieren daher weiter unser konventionelles Kraftwerksportfolio und prüfen auch die Schließung von Standorten", sagte Teyssen. In Deutschland werden durch den Vorrang des boomenden Ökostroms immer mehr Gas- und Kohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt.

Teyssen machte daher ein dickes Fragezeichen hinter den Ausblick für 2013. Er hatte ein Ebitda von 11,6 bis 12,3 Mrd. Euro und eine Dividende von mindestens 1,10 Euro je Aktie angepeilt. Dies erscheine nicht mehr erreichbar, erklärte Teyssen nun. Den Ausblick für 2015 überprüft er ebenfalls. Eon hatte im Sommer vergangenen Jahres für 2015 ein Ebitda zwischen 12,5 und 13 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Quelle: n-tv.de

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