Wirtschaft
Ein Mitarbeiter auf dem Weg zur Urananreicherungsanlage der Betreiberfirma Urenco in Gronau (NRW).
Ein Mitarbeiter auf dem Weg zur Urananreicherungsanlage der Betreiberfirma Urenco in Gronau (NRW).(Foto: picture alliance / dpa)

Käufer für Urenco gesucht: Eon und RWE wollen abspringen

Die deutschen Energieriesen Eon und RWE machen derzeit vor allem mit Verkäufen von sich Reden. Angeblich suchen sie jetzt für ihre gemeinsame Beteiligung an dem Urankonzern Urenco einen Abnehmer. Der britische Staat, der ebenfalls Anteile hält, liebäugelt angeblich auch mit dem Ausstieg.

Luftbild der Urananreicherungsanlage der Urenco Deutschland GmbH in Gronau (Kreis Borken).
Luftbild der Urananreicherungsanlage der Urenco Deutschland GmbH in Gronau (Kreis Borken).(Foto: picture alliance / dpa)

Die Energiekonzerne RWE und Eon wollen sich nach der Atomwende in Deutschland auch von ihrer Beteiligung am Urankonzern Urenco trennen. Die beiden Versorger suchten einen Käufer für ihre Anteile, erklärte die niederländische Regierung, die ebenfalls an Urenco beteiligt ist. Doch nicht nur die beiden Versorger versuchen den Absprung - auch die britische Regierung prüft einen Verkauf ihrer Beteiligung. Als Interessenten werden in Branchen- und Finanzkreisen neben dem französischen Atomkonzern Areva auch die Finanzinvestoren CVC und KKR gehandelt. In Industriekreisen hieß es, auch der japanische Toshiba-Konzern erwäge ein Gebot.

Die beiden deutschen Versorger sprächen bereits mit möglichen Käufern, sagte eine Sprecherin des niederländischen Wirtschaftsministeriums. Die Niederlande zögen dagegen keinen Verkauf ihres Anteils in Betracht. Eon und RWE halten über die gemeinsame Tochter Uranit 33 Prozent an Urenco, die übrigen Anteile kontrollieren die Niederlande und Großbritannien.

Ein Sprecher des britischen Wirtschaftsministeriums hatte gesagt, die Regierung in London prüfe eine Veräußerung ihres Anteils. Sie diskutiere über Optionen mit den anderen Urenco-Eignern. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen.

In Industriekreisen hieß es, eine Menge Gespräche hätten zwischen den Urenco-Teilhabern stattgefunden, aber es sei unter anderem angesichts der unterschiedlichen Beweggründe gut möglich, dass dieses Jahr in der Angelegenheit nichts passieren werde.

Urenco beliefert Kraftwerksbetreiber mit angereichertem Uran. Die Firma hat auch eine Niederlassung in Gronau im Münsterland und erzielte im Jahr 2010 bei einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 390 Mio. Euro. Berichte, nach denen Eon und RWE den Absprung suchen, machen seit Monaten die Runde. Die durch die Atomwende und ihr schwächelndes Gasgeschäft unter Druck geratenen Versorger wollen sich bis Ende 2013 von Beteiligungen im Volumen von über zehn Mrd. Euro trennen.

Sie hatten zuletzt ein klares Bekenntnis zu Urenco vermieden und die Berichte über einen Ausstieg nicht kommentiert. Die Anleger hoffen, dass die beiden Konzerne bald mit ihren Anteilen Kasse machen. Sie honorieren Verkaufsgerüchte mit Aktienkäufen.

Quelle: n-tv.de

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