Wirtschaft
Das Gaskraftwerk Irsching ist wohl wichtig - doch verdient kein Geld.
Das Gaskraftwerk Irsching ist wohl wichtig - doch verdient kein Geld.(Foto: picture alliance / dpa)

Stillegung offiziell beantragt: Eon will Gaskraftwerk Irsching abschalten

Das erst 2010 in Betrieb genommene Gaskraftwerk im bayerischen Irsching soll nach dem Willen seiner Betreiber vom Netz genommen werden. Zwar erachten Experten moderne Gaskraftwerke bei der Energiewende als notwendig. Doch die Betreiber wollen nicht zubuttern.

Das hochmoderne Gaskraftwerk im bayerischen Irsching soll stillgelegt werden. Die Anteilseigner wollten die Anlage zum 1. April 2016 vom Netz nehmen, teilte der Haupteigentümer Eon mit. "Hintergrund ist die mangelnde Perspektive für einen wirtschaftlichen Betrieb", erläuterte das Unternehmen. Die Bundesnetzagentur und der zuständige Netzbetreiber Tennet seien entsprechend informiert worden. Sie könnten die Stilllegung verhindern.

Bei der geplanten Abschaltung geht es um die beiden neuesten Blöcke des Kraftwerks, die seit 2010 und 2011 in Betrieb sind. Block 4 wird von Eon alleine betrieben. An Block 5 sind neben Eon als Haupteigner auch die Frankfurter Mainova, N-Ergie aus Nürnberg und der Darmstädter HSE beteiligt. Die Kraftwerksblöcke gehören zu den modernsten Europas und sind besonders effizient.

Irsching habe aber im vergangenen Jahr "zu keiner Stunde Strom für den Markt produziert", erklärte Eon. Die Blöcke 4 und 5 seien ausschließlich zu Stabilisierung der Stromversorgung eingesetzt worden. Die Vergütung dafür reiche "gerade aus, um die entstehenden Kosten zu decken". Der Vertrag mit Tennet über den Einsatz des Kraftwerks zur Systemstabilisierung laufe aber im März 2016 aus. Danach gebe es wegen der niedrigen Großhandelspreise für Strom und des Wachstums der erneuerbaren Energien "keine Perspektive", die Betriebskosten am Markt einzunehmen. "Um keine roten Zahlen schreiben zu müssen, sehen die Eigentümer keine Alternative zu einer Stilllegungsanzeige."

Wenn die Stillegung untersagt wird, will Eon klagen

Über Pläne, Irsching vom Netz zu nehmen, war bereits Anfang März spekuliert worden. Eon erklärte schon damals, die wirtschaftliche Perspektive der Anlage sei "äußerst kritisch".

Eine Stilllegung des Kraftwerks kann untersagt werden, wenn der zuständige Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur es als relevant für das Stromsystem einstufen. Die für einen solchen Fall vorgesehenen Vergütungen reichten allerdings für den Betrieb eines modernen Kraftwerks wie Irsching nicht aus, kritisierte Eon. "Die Eigentümer wären gezwungen, ihre Anlagen nicht kostendeckend zu betreiben. Deshalb behalten sie sich für den Fall eines Widerspruchs gegen die Stilllegung den Rechtsweg vor."

Quelle: n-tv.de

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