Mittwoch, 08. September 2010
Industrieproduktion stagniert: Erholung verliert an Tempo
Nach der kräftigen Frühjahrsbelebung geht es mit der deutschen Konjunktur nun langsamer bergauf. So legt das Produzierende Gewerbe im Juli im Vergleich zum Vormonat nur geringfügig zu. Die Industrie verzeichnet weniger Großaufträge. Das Wirtschaftsministerium zeigt sich nicht überrascht.
Ein Mitarbeiter des BMW-Motorradwerkes testet in Berlin-Spandau eine R1200 GS auf dem Rollenprüfstand.
(Foto: dpa)
Die Produktion der deutschen Wirtschaft ist ins Stocken geraten. Das Produzierende Gewerbe stellte im Juli nur 0,1 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Analysten hatten mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni einen Rückgang um 0,6 Prozent gegeben hatte.
Für das Ministerium kommt die Abkühlung dagegen nicht überraschend: "Nach der außerordentlich kräftigen Frühjahrsbelebung war zu erwarten, dass das Produzierende Gewerbe eine ruhigere Gangart einschlägt." Das Ressort von Rainer Brüderle geht davon aus, dass sich die Erholung mit langsamerem Tempo fortsetzen wird.
Im Juli hatten die Industriebetriebe auch weniger Großaufträgen als üblich erhalten, so dass die Orders um 2,2 Prozent zurückgingen. In der Produktion machte sich die nachlassende Bestelltätigkeit bereits bemerkbar.
Der Ausstoß der Industriefirmen stagnierte. Hier lagen Licht und Schatten dicht beieinander: Die Konsumgüterhersteller steigerten die Produktion um 0,5 Prozent, die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Chemie oder Verpackungen legten um 0,4 Prozent zu. Bei den Investitionsgüterherstellern schrumpfte die Produktion hingegen um 0,7 Prozent.
Die Baufirmen steigerten ihre Leistung um 0,9 Prozent. Die Energiekonzerne erzeugten 0,1 Prozent weniger. Der Vergleich mit dem Vorjahresmonat zeigt jedoch, wie weit der Sektor die Krise bereits hinter sich gelassen hat. Das Produzierende Gewerbe stellte zusammen 10,9 Prozent mehr her als im Juli 2009.
rts
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