Wirtschaft
Ein U-Boot vom Typ 214 wird bei der Howaldtswerken-Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel: Die "HS Papanikolis" ging 2004 an Griechenland - unter Umständen, die die Behörden bis heute beschäftigen.
Ein U-Boot vom Typ 214 wird bei der Howaldtswerken-Deutsche Werft AG (HDW) in Kiel: Die "HS Papanikolis" ging 2004 an Griechenland - unter Umständen, die die Behörden bis heute beschäftigen.(Foto: picture alliance / dpa)

Waffengeschäfte mit der Türkei: Ermittler durchsuchen Airbus-Tochter

Aufregung bei Atlas Elektronik in Bremen: Seit dem Vortag wühlen Korruptionsexperten in den Firmenunterlagen. Im Raum stehen schwere Vorwürfe wie etwa Bestechung. Die Beamten stellen umfangreiches Datenmaterial sicher.

Ermittler haben das Rüstungsunternehmen Atlas Elektronik wegen möglicher Schmiergelzahlungen bei Waffengeschäften mit der Türkei durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass Firmenverantwortliche türkische Amtsträger bestochen haben könnten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Video

Im Rahmen der zwei Tage andauernden Durchsuchungsaktion stellten die Ermittler Geschäftsunterlagen und Datenmaterial auf dem Firmengelände sicher. Der "Weser-Kurier" hatte zuvor über die Razzia berichtet. Atlas ist ein Joint Venture von ThyssenKrupp und Airbus.

Das Unternehmen liefert unter anderem Bauteile für U-Boote, Torpedos, Minenabwehrsysteme, komplette Unterwasserdrohnen sowie Elektronik für Kriegsschiffe. Atlas Elektronik beschäftigt 2100 Mitarbeiter weltweit, davon 1500 in der Bremer Firmenzentrale. Airbus übernahm den Hightech-Spezialisten 2005 zusammen mit ThyssenKrupp - damals firmierte Airbus noch unter dem Namen EADS.

Spur nach Griechenland

Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit 2013 gegen Atlas Elektronik wegen möglicher Schmiergeldzahlungen bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland. In diesem Zusammenhang war auch der Verdacht auf Unregelmäßigkeiten beim Türkei-Projekt aufgekommen.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Atlas Elektronik wie in solchen Fällen üblich, mit den Behörden kooperieren zu wollen. Darüber hinaus hieß es in der Erklärung, das Unternehmen habe bereits im vergangenen Jahr unabhängige Sachverständige mit einer internen Untersuchung beauftragt und Unterlagen zu dem Waffengeschäft mit der Türkei der Staatsanwaltschaft ausgehändigt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen