Wirtschaft
Ein griechisches U-Boot aus deutscher Produktion.
Ein griechisches U-Boot aus deutscher Produktion.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Verdacht auf Schmiergeldzahlungen: Ermittler durchsuchen Rüstungsfirmen

Zwei deutsche Firmen sollen U-Boot-Geschäfte mit Griechenland durch Bestechung ergattert haben. Medienberichten zufolge gibt es in beiden Zentralen Razzien. Es geht um Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe. Es wären nicht die ersten Korruptionsfälle bei Waffengeschäften mit Griechenland.

Wegen des Verdachts der Korruption bei U-Boot-Geschäften mit Griechenland haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Bremen zwei deutsche Rüstungsfirmen durchsucht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" geht es um die Unternehmen Rheinmetall-Defence-Electronics und Atlas Elektronik.

Wie das Blatt schreibt, stehen sie im Verdacht, griechische Beamte bestochen und Steuern hinterzogen zu haben. Nach bisherigem Kenntnisstand hätten die Firmen jeweils etwa neun Millionen Euro Schmiergeld gezahlt. Bei den Geschäften sei es um U-Boot-Ausrüstung gegangen.

EADS und Thyssen-Krupp haben die Spezialfirma Atlas Elektronik aus Bremen 2006 vom britischen Rüstungsbetrieb BAE gekauft. Die Unternehmen bestätigten dem Bericht zufolge, dass die gemeinsame Tochterfirma am Dienstag durchsucht worden sei. Atlas selbst soll vor einigen Jahren bei internen Untersuchungen auf die verdächtigen Vorgänge gestoßen sein. Die Firma habe die Staatsanwaltschaft 2010 darüber informiert, jedoch hätten die Ermittler zunächst keinen Anfangsverdacht gesehen.

Erst eine steuerliche Betriebsprüfung 2012 bei Rheinmetall-Defence habe der Staatsanwaltschaft weitere Hinweise geliefert. Nun wollten die Ermittler genau wissen, was geschehen sei. Rheinmetall-Defence wies die Anschuldigungen zurück. Sie entbehrten "jeder Grundlage", sagte ein Sprecher nach Angaben der Zeitung.

Wegen Korruption beim Verkauf von U-Booten nach Griechenland musste sich bereits der Industriedienstleister Ferrostaal verantworten. Er zahlte ein Bußgeld in Höhe von 140 Millionen Euro, zwei frühere Manager des Unternehmens wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt. Sie hatten griechische Beamte bestochen, um den Verkauf deutscher U-Boote an die griechische Marine anzukurbeln. Die Boote waren vor allem auf Werften der Thyssen-Krupp AG gebaut worden. Laut "Süddeutscher Zeitung" wurden die mutmaßlichen Schmiergelder von Atlas und Rheinmetall Defence Electronics in diesem Zusammenhang bezahlt. Darauf deuteten "gewisse Parallelen" zum Ferrostaal-Fall hin, teilte die Staatsanwaltschaft Bremen mit.

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Quelle: n-tv.de

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