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"Wir unterstützen die Behörden."
"Wir unterstützen die Behörden."(Foto: REUTERS)

Eurofighter-Razzia bei EADS: Ermittler suchen Schmiergeld

EADS gerät wegen schwerer Korruptionsvorwürfe ins Visier der Ermittler: Mit Bestechungsgelder sollen Vermittler die Lieferung von 15 Kampfjets vom Typ Eurofighter nach Österreich ermöglicht haben, lautet der Vorwurf. Dabei geht es um Summen in dreistelliger Millionenhöhe.

Juli 2007: Feuchte Begrüßungszeremonie für den ersten österreichischen Eurofighter am Fliegerhorst Hinterstoisser in der Steiermark.
Juli 2007: Feuchte Begrüßungszeremonie für den ersten österreichischen Eurofighter am Fliegerhorst Hinterstoisser in der Steiermark.(Foto: REUTERS)

Die Staatsanwaltschaft München I hat ein Ermittlungsverfahren gegen den Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS und BAE starten neu eingeleitet. Im Zuge dieses Verfahrens seien mehrere Objekte in Deutschland durchsucht worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage. Haftbefehle seien dabei nach seiner Kenntnis nicht vollzogen werden.

Es werde wegen Bestechungsverdacht unter anderem im Zusammenhang mit dem Verkauf von Kampfjets des Typs Eurofighter "Typhoon" an die Republik Österreich ermittelt, hieß es. Zum Umfang ihrer Ermittlungen und der Zahl der Verdächtigen wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Es hieß lediglich, die Verdächtigen stünden unter dem Verdacht, ausländische Amtsträger bestochen zu haben.

Weitere Einzelheiten wollten der Behördensprecher nicht nennen, da die Ermittlungen nicht nur bei Beschuldigten stattgefunden hätten, sondern auch bei Betroffenen, die als Zeugen in Betracht kommen. Die Anzahl der Beschuldigten könne sich im Verlauf der Auswertung des sichergestellten Materials und der weiteren Ermittlungen noch verändern, hieß es.

Ein EADS-Sprecher bestätigte, dass Ermittlungen gegen den Konzern stattfinden. "Wir unterstützen die Behörden. Aufgrund des laufenden Verfahrens machen wir keine weiteren Aussagen dazu", sagte der Sprecher. Nach bislang unbestätigten Informationen durchsuchten die Ermittler unter anderem die drei Münchner EADS-Standorte in Ottobrunn, Hallbergmoos und Unterschleißheim.

Vor zehn Jahren hatte die damalige Regierung des österreichischen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel für rund zwei Milliarden Euro 18 Eurofighter bei dem größten europäischen Rüstungskonzern EADS bestellt. Nach einem Regierungswechsel wurde die Zahl der Flugzeuge auf 15 und der Kaufpreis damit auf rund 1,6 Mrd. Euro reduziert.

Kostspielige Lufthoheit

Bereits kurz nach der Bestellung der Eurofighter kam der Verdacht auf, dass es bei dem Geschäft zu Schmiergeldzahlungen gekommen sei. Deren Höhe soll Medienberichten zufolge im dreistelligen Millionenbereich liegen. Unbestätigten Angaben zufolge sollen in diesem Zusammenhang auch in Österreich und der Schweiz Razzien stattgefunden haben.

Schmiergeldzahlungen zur Unterstützung von Vertragsabschlüssen gefährden das faire Wirtschaftsleben Russland und China ganz vorne , sondern auch in Industriestaaten - wie nicht zuletzt die großen Prozesse gegen Siemens entschuldigt sich oder Ex-MAN-Vorstand gesteht gezeigt haben. 

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Quelle: n-tv.de

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