Wirtschaft
Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen muss womöglich bald vor Gericht.
Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen muss womöglich bald vor Gericht.(Foto: picture alliance / dpa)

Deutsche-Bank-Chef vor Gericht?: Ermittler wollen Fitschen anklagen

Der Fall Kirch wird für die Deutsche Bank immer mehr zum Desaster: Gegen neun Top-Manager der Bank ermittelt die Justiz inzwischen wegen Prozessbetrug. Co-Chef Fitschen droht deswegen sogar eine Anklage.

Einem der beiden Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, droht einem Zeitungsbericht zufolge eine Anklage im Zusammenhang mit dem Fall Leo Kirch. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, durchsuchte die Staatsanwaltschaft erneut das Geldinstitut. Demnach bereitet sie eine Anklage gegen Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie gegen zwei weitere frühere Vorstände vor, die noch im Frühjahr vorliegen soll. Dann müssten der oberste Deutschbanker und seine Vorgänger womöglich vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft ermittle inzwischen gegen 14 Beschuldigte, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Jetzt zählt auch Stephan Leithner, er ist seit Mitte 2012 Personal- und Rechtsvorstand, zu den Beschuldigten. Demnach wird insgesamt neun aktiven oder ehemaligen Bankern sowie drei Anwälten des Instituts versuchter Prozessbetrug beim Oberlandesgericht München vorgeworfen. Dort hatte der inzwischen verstorbene Medienunternehmer Kirch auf Schadenersatz geklagt.

Kirch hatte noch zu Lebzeiten auf Schadenersatz in Milliardenhöhe geklagt, weil der damalige Deutsche-Bank-Chef Breuer in einem Interview die Kreditwürdigkeit von Kirchs Konzern angezweifelt hatte. Damit sei Breuer für die Pleite des Medienkonzerns verantwortlich, argumentierte die Kirch-Seite. Nachdem die Staatsanwaltschaft bei früheren Durchsuchungen auf zahlreiche Dokumente gestoßen war, die das Institut teilweise schwer belasteten, zahlte die Deutsche Bank vor wenigen Wochen im Wege eines Vergleichs 925 Millionen Euro Schadensersatz an Kirchs Familie und an seine Gläubiger.

Nach dem Vergleich wollten die Ermittler der "SZ" zufolge bei Fitschen einen Bußgeldbescheid erlassen, der sich offenbar auf 500.000 Euro belaufen hätte. Dagegen habe sich Fitschen aber geweigert: Er habe sich nicht auf einen derartigen "Kuhhandel" einlassen wollen, heißt es im Umfeld der Deutschen Bank. Er sei davon überzeugt, im Fall Kirch nichts falsch gemacht zu haben. Dass die Ermittler das Verfahren nun auf weitere Beschuldigte inklusive Leithner ausgeweitet haben, sei die "Quittung" für dieses Verhalten, heißt es weiter.

Quelle: n-tv.de

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