Wirtschaft
Thomas Middelhoff steht neuer Ärger ins Haus.
Thomas Middelhoff steht neuer Ärger ins Haus.(Foto: picture alliance / dpa)

Middelhoff droht neue Anklage: Ermittlungen gegen Arcandor-Vorstände

Dem ehemaligen Arcandor-Chef Thomas Middelhoff droht neuer Ärger. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen ihn und 15 weitere ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte des Handelskonzerns wegen üppiger Boni und Abfindungen.

Dem früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff sowie 15 weiteren ehemaligen Vorständen und Aufsichtsräten des 2009 in die Insolvenz gegangenen Handelskonzerns droht einem Bericht zufolge Anklage wegen Untreue oder Beihilfe zur Untreue. Wie das "Manager Magazin" berichtet, ermittelt die für Wirtschaftsstrafsachen zuständige Schwerpunktabteilung der Bochumer Staatsanwaltschaft wegen großer Boni und Abfindungen in einer Gesamthöhe von 13,35 Millionen Euro, die wegen der seit 2004 drohenden Insolvenz ungerechtfertigt gewesen seien.

Dem Bericht zufolge werden neun ehemalige Aufsichtsratsmitglieder der Untreue beschuldigt, weil sie die Prämien für die Jahre 2005 bis 2008 gewährt hätten. Sieben ehemalige Vorstände würden der Beihilfe beschuldigt, weil sie die Zahlungen akzeptiert hätten, berichtete das Magazin. Zu ihnen gehöre der einstige Konzernchef Middelhoff. Nach Angaben des "Manager Magazins" erhielten die Verteidiger der Beschuldigten im Frühjahr die Gelegenheit zu einer Stellungnahme. Demnach bestreiten die Betroffenen die Vorwürfe.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Bochum betonte auf Anfrage, die Ermittlungen der Behörde gegen mehrere ehemalige Vorstände und Aufsichtsräte von Arcandor dauerten noch an. Es gehe im Wesentlichen um Boni, die 2008 im Zusammenhang mit dem Ausscheiden von Vorstandsmitgliedern gezahlt worden seien. Der Touristik- und Handelskonzern Arcandor mit Töchtern wie der Kaufhaus-Kette Karstadt und dem Versandhändler Quelle war im Juni 2009 pleite gegangen. Es handelte sich um die größte Insolvenz in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Quelle: n-tv.de

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