Wirtschaft
Google war mit einem Anteil von rund 15 Prozent Marktführer im 15 Milliarden Dollar schweren Internet-Werbemarkt.
Google war mit einem Anteil von rund 15 Prozent Marktführer im 15 Milliarden Dollar schweren Internet-Werbemarkt.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Machtmissbrauch bei Anzeigen: Erneutes Kartellverfahren gegen Google?

Google steht möglicherweise in den USA ein neues Verfahren wegen angeblichen Machtmissbrauchs ins Haus. Die US-Kartellbehörde FTC soll derzeit die Geschäftspraktiken des Internetkonzerns bei Anzeigen überprüden.

Google droht laut einem Medienbericht eine neue Wettbewerbs-Untersuchung in den USA. Die Handelsbehörde FTC sehe sich diesmal das Geschäft des Internet-Riesen mit Bannerwerbung an, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Kartellwächter prüften, ob Google seine Position in diesem Werbesegment dafür nutze, Unternehmen zum Einsatz weiterer Dienste des Konzerns zu drängen, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Die Untersuchungen befänden sich in einem frühen Stadium und würden eventuell nicht zu vollwertigen Ermittlungen ausgeweitet.

Die Untersuchung betreffe hauptsächlich die Google-Tochter Doubleclick, die seit 2007 zum Konzern gehört. Andere Werbespezialisten hätten sich bei der FTC über Google beschwert. Google sei bislang noch nicht über die Prüfung unterrichtet worden, hieß es aus Insider-Kreisen. Weder Google noch die FTC wollten sich zu den Angaben äußern. Google war dem Marktforschungsinstitut eMarketer zufolge 2012 mit einem Anteil von rund 15 Prozent Marktführer im 15 Milliarden Dollar schweren Internet-Werbemarkt. Facebook kam auf 14,6 Prozent. Es wird erwartet, dass Google seine Position bis 2014 auf mehr als 20 Prozent ausbaut.

Este Untersuchungen im Januar eingestellt

Die US-Wettbewerbshüter hatten im Januar eine Untersuchung von Googles Suchmaschinen-Geschäft ohne Sanktionen eingestellt. Sie fanden keinen Beleg für Vorwürfe, Google habe bei den Suchergebnissen Wettbewerber zugunsten eigener Dienste benachteiligt. Der Konzern versprach zugleich, Werbekunden mehr Freiraum zu geben. Die EU-Kommission nahm eine härtere Position ein und drängte Google unter anderem zur besseren Kennzeichnung eigener Angebote.

Google macht den Großteil seines Geldes mit Anzeigen neben Suchergebnissen, aber auch bei Bannerwerbung wurde der Marktanteil in den vergangenen Jahren immer größer. Die FTC prüfe nun unter anderem, ob einige Software-Werkzeuge, die Google Werbekunden anbiete, sie dazu drängten, weitere Dienste des Konzerns statt Konkurrenz-Angeboten zu nutzen, hieß es bei Bloomberg. Laut Marktforschern hielt Google im ersten Quartal knapp ein Viertel des US-Marktes für Banner-Werbung, während die größten Rivalen Facebook und Yahoo auf jeweils rund zehn Prozent kamen. Den Analysten von IDC zufolge landete insgesamt fast jeder zweite Dollar im digitalen Werbegeschäft in den USA bei Google.

Quelle: n-tv.de

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