Wirtschaft
Ein Hacker ist nach eigenen Angaben in das Computersystem der Genfer Kantonalbank eingedrungen.
Ein Hacker ist nach eigenen Angaben in das Computersystem der Genfer Kantonalbank eingedrungen.(Foto: REUTERS)

Hackerangriff auf Genfer Geldhaus: Erpresser veröffentlicht Bankkunden-Emails

Ein mutmaßlicher Hacker und Erpresser macht seine Drohung wahr und veröffentlicht Zehntausende Emails von Kunden einer Schweizer Bank. Zuvor hatte er die laxen Sicherheitsvorkehrungen der Genfer Kantonalbank kritisiert - und gleichzeitig Geld gefordert.

Ein Erpresser hat Zehntausende Kunden-Emails der Genfer Kantonalbank (BCGE) veröffentlicht, nachdem das Institut eine Zahlung von 10.000 Euro verweigert hatte. Der Hacker mit dem Twitter-Konto "Rex Mundi" war nach eigenen Angaben in das Computersystem der Bank eingedrungen und hatte mehr als 30.000 Emails von BCGE-Kunden aus der Schweiz und dem Ausland heruntergeladen. Nach Angaben der BCGE drohte er mit der Veröffentlichung, sollte die Bank ihm nicht 10.000 Euro zahlen.

Nachdem sein Ultimatum abgelaufen war, wurden der Bank zufolge tatsächlich Emails in dem genannten Umfang publik gemacht. Dabei handele es sich aber nicht um hochsensible Daten, es gebe "keine finanziellen Risiken für die Kunden oder die Bank", erklärte das Geldhaus. Sprecherin Helene De Vos Vuadens sagte, es sehe so aus, als ob es sich ausschließlich um Emails mit Kundenanfragen über das Internet handele. Konten seien nicht betroffen. Die Bank lasse sich nicht erpressen und habe deshalb den Weg der Transparenz gewählt.

Suche nach Urheber des Angriffs gestaltet sich schwierig

Den Genfer Justizbehörden zufolge hat die BCGE Strafanzeige gestellt. "Eine Untersuchung läuft", sagte ein Sprecher. Es sei aber schwierig, die Urheber des Angriffs zu finden. Am Dienstag hatte eine Sprecherin erklärt, die Bank habe einer Cyberattacke standgehalten. Die Informationen, die von der Internet-Seite abgefangen wurden, seien "in keiner Weise kritisch und nicht von großem Nutzen oder sogar überholt".

Der Hacker hat in über 60 Twitter-Nachrichten der Bank laxe Sicherheitsvorkehrungen vorgeworfen. Zudem hatte er mit Blick auf Kunden getwittert: "Wir wünschen allen in den BCGE-Dateien aufgeführten nicht-Schweizer Konto-Inhabern eine frohe Steuerprüfung." Er dürfte dabei auf Kunden anspielen, die möglicherweise unversteuerte Gelder bei der Schweizer Bank haben. Die Behörden in Frankreich, Deutschland und anderen Ländern haben in den vergangenen Jahren ihre Gangart gegen Steuersünder deutlich verschärft. So kauften deutsche Behörden CDs mit gestohlenen Daten von Tausenden von Kunden bei Schweizer Banken - zuletzt etwa das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Dies löste eine Welle von Selbstanzeigen aus.

Quelle: n-tv.de

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