Wirtschaft
"Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus", kommentiert IG-Bau-Verhandlungsführer Schäfers die erste Tarifrunde.
"Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus", kommentiert IG-Bau-Verhandlungsführer Schäfers die erste Tarifrunde.(Foto: picture alliance / dpa)

"Provokation" der Arbeitgeber: Erste Bau-Tarifrunde endet im Streit

In der Regel dient der Auftakt von Tarifverhandlungen einem vorsichtigen Abtasten beider Seiten. Aber auf dem Bau sind die Sitten rauer. Bereits zu Beginn gibt es Krach: "Wir fordern ein faires Plus und kein Minus", so das Gewerkschaftsurteil zum Angebot der Arbeitgeber.

Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die 755.000 Beschäftigten der Baubranche ist ohne Annäherung und mit Verstimmungen zu Ende gegangen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) kritisierte nach dem Treffen die Arbeitgeber. Statt ein Angebot vorzulegen, hätten sie die IG Bau mit ihren Vorstellungen von Streichungen und Kürzungen konfrontiert.

Das sei eine Provokation, sagte IG-Bau-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Die Arbeitgeber wollten sich zu Details nicht äußern. Trotz der Differenzen gleich zum Auftakt vereinbarten beide Seiten für den 17. März in Wiesbaden einen neuen Verhandlungstermin.

"Wir fordern ein faires Plus"

Die IG Bau war mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Einkommen in die Verhandlungen gegangen. Außer mehr Lohn und Gehalt sollen unter anderem die Pauschalen für Fahrtkosten und Übernachtungen angehoben werden. "Die Bauwirtschaft boomt. Wir fordern ein faires Plus und kein Minus", sagte Schäfers nach der ersten Runde.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Andreas Schmieg vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sprach von "einem ersten konstruktiven Gespräch". Man habe "deutlich gemacht, dass zwar die derzeitige konjunkturelle Entwicklung in der Bauwirtschaft positiv zu bewerten ist, die Lage in den Betrieben nach einer über zehn Jahre währenden Baukrise aber immer noch schwierig ist".

Die Eigenkapitalausstattung sei "nach wie vor unzureichend und die Höhe der Lohnforderung daher in keiner Weise gerechtfertigt", ergänzte Schmieg.

Quelle: n-tv.de

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