Wirtschaft
Kundgebung in Hannover zum Auftakt der Tarifverhandlungen.
Kundgebung in Hannover zum Auftakt der Tarifverhandlungen.(Foto: dpa)

Metall-Parteien weit auseinander: Erste Tarifrunde dauert nicht lange

Gewerkschaft und Metall-Arbeitgeber liegen am Anfang der Tarifrunde noch meilenweit auseinander. Die ersten Gespräche werden bereits nach wenigen Stunden abgebrochen. Warnstreiks sind frühestens Ende April möglich.

Der bundesweit erste Schlagabtausch in der Tarifrunde für die Metallindustrie ist in Hannover ergebnislos verlaufen. IG Metall und Arbeitgeber brachen die Gespräche nach anderthalb Stunden ab und vertagten sie auf den 13. April.

Die Gewerkschaft war mit ihrer Forderung nach fünf Prozent mehr Geld bei zwölf Monaten Laufzeit in die Gespräche gegangen. In der Schlüsselbranche der Metall- und Elektroindustrie arbeiten deutschlandweit rund 3,8 Millionen Beschäftigte. Im Tarifgebiet Niedersachsen sind es 85.000.

Zum Verhandlungsauftakt hatten rund 700 Metaller aus Betrieben in der Region für ihre Forderungen demonstriert. Die IG Metall verwies auf gute wirtschaftliche Zahlen und eine robuste Situation der Branche. Daher seien 5 Prozent "gerechtfertigt und fair", sagte Bezirksleiter Hartmut Meine. Alle führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gingen von einem Wachstum um die 1,8 Prozent aus.

Friedenspflicht endet am 29. April

Die Metallarbeitgeber halten die Forderung für überzogen und fordern ein Umdenken: "Bei uns häufen sich die Anfragen nach Kurzarbeit, eine strotzende Konjunktur sieht anders aus", sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt von NiedersachsenMetall. Die Gewerkschaftsangaben zu Inflation und Produktivitätsgewinnen seien unrealistisch. Wer es ernst meine mit der Erhöhung der Tarifbindung, der müsse einen vernünftigen Abschluss wollen, sagte Schmidt. Der Abschluss sollte keine abschreckende Wirkung haben, sondern den Flächentarif wieder für Unternehmen interessant machen.

Am Donnerstag verhandelt die IG Metall mit den Arbeitgebern in der Region Osnabrück-Emsland. Dort arbeiten rund 15.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. Die erste Tarifverhandlung für die 10 000 Beschäftigten in den tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt ist für den 14. März in Magdeburg geplant. Am 31. März 2016 laufen die Entgelttarifverträge aus. In der Nacht zum 29. April endet die Friedenspflicht, danach sind Warnstreiks möglich.

Die Metalltarifrunde endet in der Regel mit einem Pilotabschluss in den mitgliederstärksten Regionen im Süden oder in Nordrhein-Westfalen. Oft wird dieser Abschluss auch in anderen Bezirken wie Niedersachsen übernommen, teils leicht angepasst. Zuletzt hatte die mitgliederstärkste deutsche Einzelgewerkschaft 5,5 Prozent gefordert und schließlich 3,4 Prozent erhalten. Damals gab es insgesamt 15 Monate Laufzeit beim Abzug zweier Nullmonate ohne eine Erhöhung, dafür aber eine Einmalzahlung.

Quelle: n-tv.de

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