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Wirtschaft

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Die Hoffnung stirbt zuletzt: Erste Zahlung bei Karmann

Keine Entwarnung.

Keine Entwarnung.
(Foto: AP)

Bei dem ums Überleben kämpfenden Autozulieferer Karmann wächst wieder die Hoffnung: Nach Angaben des Sprechers von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, Pietro Nuvoloni, ging mittlerweile eine erste Zahlung beim insolventen Osnabrücker Traditionsunternehmen ein.

Das Unternehmen verhandelt seit Wochen mit Auftraggebern um die Bezahlung offener Rechnungen, um die endgültige Schließung zum 1. November zu vermeiden. "Bei dem ersten Auftraggeber sind wir jetzt auf einem guten Weg", sagte der Sprecher. Das sei Anlass zu Hoffnung. "Sicherheit oder Entwarnung bedeutet es noch nicht". Nach wie vor verhandle der Insolvenzverwalter mit allen Auftraggebern.

Nuvoloni sagte weder, welcher Auftraggeber die Zahlung leistete, noch wie hoch sie ist, ob es sich um den gesamte Betrag oder nur eine Teilsumme handelt. Hermann verhandelt mit mindestens drei Auftraggebern um Forderungen von mehreren Millionen Euro. Unter anderem laufen Verhandlungen mit Mercedes über Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe.

Mitarbeiter im Urlaub

Unterdessen haben Karmann-Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Rund 60 Mitarbeiter, die in der Produktion für Teile des Mercedes SLK tätig sind, hätten sich selbst Urlaub gegeben, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader. Die Entscheidung sei gefallen, nachdem der Insolvenzverwalter ihnen mitgeteilt habe, dass er nicht wisse, ob das Unternehmen den November überstehe. Am kommenden Dienstag wollten die Mitarbeiter sich beim Betriebsrat erkundigen, ob die Zahlungen eingegangen sind, und erst danach die Arbeit wieder aufnehmen, sagte Schrader.

Der Chef der Osnabrücker IG Metall, Hartmut Riemann, forderte eine soziale Abfederung der jüngst Entlassenen. Bis Ende der Woche wird mehr als 700 Mitarbeitern gekündigt, weil Teile von Karmann wegen Auftragsmangel geschlossen werden. Es sei sozial ungerecht und den Betroffenen nicht zu vermitteln, dass für die aktuell Entlassenen noch nicht einmal die gesetzliche Kündigungsfrist gelte, während die Kollegen, die vor einem halben Jahr gehen mussten, noch in eine Transfergesellschaft gekommen wären, sagte Riemann.

wne/dpa

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