Sonntag, 16. Mai 2010
Umschuldung und Rauswurf: Euro-Rebell zieht alle Register
Ökonom Starbatty rebelliert weiter gegen Hilfspakete und Rettungsschirme für angeschlagene Euro-Staaten. Er plädiert für eine Umschuldung und den Rausschmiss von hochverschuldeten Staaten aus dem Euro-Bündnis.
Joachim Starbatty gehört zu einer Gruppe von Wissenschaftlern, die erfolglos gegen die Finanzhilfe von Griechenland versucht haben zu klagen.
(Foto: picture alliance / dpa)
Der als "Euro-Rebell" bekanntgewordene Ökonom Joachim Starbatty lehnt den 750-Milliarden-Rettungsschirm für schwache Euro-Länder vehement ab und fordert einen radikalen Kurswechsel von der Politik.
"Wenn man den Schleier vor den aktuellen Bail-out-Aktionen wegzieht, sieht man, worum es wirklich geht: Es ist eine gigantische Rettungsaktion für angeschlagene Banken", schreibt Starbatty in der "Wirtschaftswoche". Zudem sprach er sich für eine internationale Schuldenkonferenz zu den griechischen Altschulden aus: "Die Banken müssen Abstriche von ihren Forderungen machen."
Hochverschuldete Staaten forderte Starbatty zum Austritt aus der Eurozone auf. Er kritisierte außerdem die Europäische Zentralbank (EZB): "Dass die EZB bereit war, Ramschanleihen einzelner Staaten als Pfand für die Ausgabe druckfrischer Euro zu nutzen, wurde allgemein als ein Widerruf ihrer Stabilitätsbekundungen gewertet. Wenn sie sich jetzt sogar entschlossen hat, Ramschanleihen direkt aufzukaufen, nimmt sie in Kauf, dass bald auf den internationalen Kapitalmärkten der Euro selbst eine Ramschwährung genannt wird."
Starbatty gehört zu den Wissenschaftlern, die bereits 1998 gegen die Einführung des Euro geklagt hatten und der mit drei weiteren Wissenschaftlern versucht hat, genen das Hilfspaket für Griechenland zu klagen.
dpa
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