Wirtschaft
Die höchsten Zuwächse bei der Industrieproduktion verzeichnete Irland mit 22,1 Prozent.
Die höchsten Zuwächse bei der Industrieproduktion verzeichnete Irland mit 22,1 Prozent.(Foto: picture alliance / dpa)

Erstes Wachstum nach Rezession: Europäische Industrie kommt wieder in Gang

Die Wirtschaft des Euroraums produzierte in letzter Zeit fast durchgehend Negativ-Schlagzeilen. Überraschend also, wenn die Statistiker aus Brüssel jetzt mitteilen, dass die europäischen Unternehmen ihre Produktion hochfahren.

Die Unternehmen der Euroländer haben ihre Produktion im September hochgefahren. Sie stellten 0,6 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Ausgenommen von der Berechnung ist die Bauindustrie. Damit wurde ein Teil des im August erlittenen Einbruchs von 1,4 Prozent wieder aufgeholt. Allerdings hatten Ökonomen einen etwas stärkeren Anstieg von 0,7 Prozent erwartet.

Die Eurozone dürfte 2014 nach zweijähriger Rezession wieder wachsen. Allerdings wird das Plus beim Bruttoinlandsprodukt nur bei mageren 0,8 Prozent gesehen - vor allem wegen der Nachwehen der Schulden- und Bankenkrise, aber auch wegen geopolitischer Risiken wie dem Ukraine-Konflikt.

Besonders die Produktion von Investitionsgütern stach aus der Statistik heraus: Sowohl in der Eurozone als auch in der gesamten EU gab es kräftige Zuwächse. In der Eurozone sprang die Produktion von Investitionsgütern um 2,9 Prozent und in der EU-28 um 2,4 Prozent gegenüber dem Vormonat in die Höhe. Auch die Produktion von Energie wuchs um 0,3 Prozentpunkte.

Die Herstellung von haltbaren Konsumgütern wie Fernseher und Kühlschränke schrumpfte dagegen um 2,6 Prozent und damit so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Rückgänge verzeichnete ebenfalls die Produktion von Vorleistungsgütern (Produkte für die weiterverarbeitende Industrie) mit einem Minus von 0,4 Prozent.

Die höchsten Zuwächse bei der Industrieproduktion verzeichneten Irland (plus 22,1 Prozent), Tschechien (plus 5,6 Prozent) und Ungarn (plus 5,1 Prozent). Die stärksten Rückgänge gab es in Malta (minus 7,4 Prozent), Schweden (minus 4,1 Prozent) und Griechenland (minus 3,5 Prozent).

Gerade erst haben die Wirtschaftsweisen die EZB wegen ihrer laxen Geldpolitik angemahnt. Der extrem niedrige Leitzins und die Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur bergen nach Ansicht der Experten Risiken für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung Europas.

Quelle: n-tv.de

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