Wirtschaft
Neuwagen in Wolfsburg: Spanien und Italien verlieren zweistellig.
Neuwagen in Wolfsburg: Spanien und Italien verlieren zweistellig.(Foto: dapd)

VW und Daimler trotzen dem Trend: Europas Automarkt schrumpft

In der Absatzkrise der europäischen Pkw-Hersteller ist weiterhin kein Ende abzusehen. Die Zahl der Neuzulassungen geht im Herbst weiter zurück. Branchenexperten sehen dennoch Anlass zur Hoffnung: Der Schrumpfungsprozess scheint sich abzuschwächen. Ist die Talsohle erreicht?

In Deutschland können sich nicht alle Hersteller dem Abwärtstrend entziehen.
In Deutschland können sich nicht alle Hersteller dem Abwärtstrend entziehen.(Foto: picture alliance / dpa)

Seit mehr als einem Jahr sehen sich die großen Namen der internationalen Automobilindustrie mit sinkenden Verkaufszahlen in Europa konfrontiert. Im Oktober ging die Zahl der Neuzulassungen innerhalb der EU nach Angaben des europäischen Branchenverbands Acea um 4,8 Prozent und damit den 13. Monat in Folge zurück. Im vergangenen Monat fanden damit in Europa nur noch knapp eine Millionen Fahrzeuge einen neuen Besitzer.

Die allgemeine Entwicklung fiel in den einzelnen Ländern dabei sehr unterschiedlich aus: In Deutschland legte der Absatz im vergangenen Monat um 0,5 Prozent zu. In Großbritannien schnellte die Zahl der Neuzulassungen sogar um 12,1 Prozent nach oben.

Zweistellige Rückgänge verzeichnete die Branche dagegen in Spanien mit minus 21,7 Prozent und Italien mit minus 12,4 Prozent. In Frankreich gingen die Neuzulassungen um 7,8 Prozent zurück.

Die Absatzkrise bleibt geografisch eng begrenzt: Außerhalb Westeuropas hätte die Branche dem Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) zufolge meist Zuwächse erzielt. Im weltweit größten Automarkt China wurden im Oktober mehr als 1,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, ein Plus von 5,9 Prozent. Auch die USA lagen nach einem Wachstum von 6,8 Prozent knapp über der Millionenschwelle. Im aufstrebenden Markt Brasilien ging es sogar um 24 Prozent nach oben.

Schwacher Hoffnungsschimmer

Anzeichen für eine bevorstehende Trendwende lassen sich nur unter gewissen Einschränkungen erkennen. So konnte sich dem negativen Gesamttrend unter den deutschen Herstellern neben Daimler auch Volkswagen entziehen. Bislang schienen die Auswirkungen der Absatzkrise vor allem die Massenhersteller zu treffen. Das Luxussegment und Oberklasse-Hersteller blieben weitgehend unberührt.

Im Fall von Volkswagen stiegen die Zulassungszahlen im Oktober nun um 1,6 Prozent. Daimler blickt auf einen Zuwachs von 2,7 Prozent. Ein klares Bild ergibt sich jedoch daraus nicht. Premiumhersteller BMW lag mit einem Minus von 1,7 Prozent zwar immerhin noch über dem EU-Durchschnitt, musste im Oktober aber dennoch einen Rückgang hinnehmen.

Den Großteil des Marktabschwungs haben aber andere zu tragen: Die Opel-Mutter General Motors ("Opel wird nicht verkauft" ) verkaufte konzernweit im europäischen Markt 14,3 Prozent weniger Fahrzeuge. Das lag Beobachtern zufolge vor allem an einem kräftigen Minus bei Chevrolet.

Renault muss schwer büßen

Opel und Vauxhall verzeichneten einen Rückgang um 12,8 Prozent. Unter den übrigen großen Hersteller Europas mussten insbesondere PSA Peugeot Citroen und Renault aus Frankreich kräftige Rückgänge hinnehmen: Renault fand etwa 21 Prozent weniger Käufer, bei Opel waren es 12,8 Prozent weniger Fahrzeuge.

Am Ausgangspunkt der Eurokrise, in Griechenland, scheint der Pkw-Markt seinen Boden gefunden zu haben. Nach einem Einbruch des Marktes um 40 Prozent im bisherigen Jahresverlauf ging es im Oktober wieder um 1,8 Prozent auf bescheidene 5000 Neuzulassungen nach oben.

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Quelle: n-tv.de

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