Wirtschaft
Finanzhäuser vergaben zuletzt 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als 2013.
Finanzhäuser vergaben zuletzt 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als 2013.(Foto: picture alliance / dpa)

Kein Geld für Unternehmen: Europas Banken zögern bei Kreditvergabe

Immer seltener gewähren Banken in Europa Kredite an Unternehmen und private Haushalte. Die Zahl der Darlehen geht im September erneut zurück. Die bisherigen Maßnahmen der EZB haben keine Wende herbeigeführt - aber eine Hoffnung bleibt noch.

Die Kreditvergabe der Banken in der Euro-Zone ist im September abermals gesunken. Insgesamt vergaben die Finanzhäuser 1,2 Prozent weniger Darlehen an Unternehmen und private Haushalte als im Vorjahresmonat, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Experten hatten mit einem Rückgang von 1,3 Prozent gerechnet. Im August hatte das Minus noch bei 1,5 Prozent gelegen.

Die EZB hat inzwischen mit umfangreichen Maßnahmen auf den immer geringeren Kreditfluss reagiert. Die erste große Geldspritze an die Banken zum Ankurbeln der Kreditvergabe stieß im September allerdings auf weniger Interesse als erhofft. Eine zweite Salve soll im Dezember folgen. Die Notenbanker hoffen zudem, dass die Banken nach dem europaweiten Stresstest für die Branche, mehr Kredite vergeben. Bei dem Test waren 25 der von den Aufsehern untersuchten Banken durchgefallen. Die gefundenen Kapitallöcher sind allerdings zum Teil bereits gestopft.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 lag im September bei 2,5 Prozent. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juli bis September) erhöhte sich M3 um 2,1 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine stark wachsende Geldmenge signalisiert eine potenzielle Inflationsgefahr. Von diesem Szenario ist die Euro-Zone derzeit allerdings meilenweit entfernt.

Quelle: n-tv.de

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