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Eurozone kämpft mit schwacher Wirtschaft.
Eurozone kämpft mit schwacher Wirtschaft.(Foto: picture alliance / dpa)

Industrie, Dienstleister, Einzelhandel: Eurozone droht Rezession

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone ist keines mehr. Nachdem bereits im Abschlussquartal 2011 das BIP zurückging, deuten immer mehr Konjunkturdaten darauf hin, dass sich dieser Negativtrend fortsetzt. Damit hätte die Rezession die Währungsunion erreicht - und das auf breiter Front.

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Die Zeichen für eine Rezession in der Eurozone verdichten sich. Nach der Industrie lieferten auch die Dienstleister im März keine Jubelarie. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg zwar um 0,4 auf 49,2 Punkte, wie das Markit-Institut mitteilte. Das Barometer verharrte damit aber unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird.

"Damit fällt das Wirtschaftswachstum auch im ersten Quartal 2012 insgesamt negativ aus", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Sein Haus geht von einem Minus von 0,2 Prozent aus. Bereits Ende 2011 war das Bruttoinlandsprodukt 0,3 Prozent gefallen. Ab zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Gegenwind fast überall

Die krisengeplagte Währungsunion kann nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts erst ab dem dritten Quartal wieder mit Wachstum rechnen. Für die ersten drei Monate dürfte es noch 0,2 Prozent nach unten gehen, von April bis Juni werde die Konjunktur dann stagnieren. Im Sommer werde es dann zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen.

Die Service-Branche spürt in fast allen Ländern Gegenwind. In Deutschland liefen die Geschäfte so schlecht wie seit vier Monaten nicht mehr, in Irland verlor das Wachstum ebenfalls an Dynamik, während es in Frankreich eine Stagnation gab. Tief in der Krise stecken Italien und Spanien, auch wenn sich die Talfahrt ein wenig verlangsamte. Eine baldige Trendwende ist nicht in Sicht: Die Aufträge in der Euro-Zone fielen den siebten Monat hintereinander, noch dazu etwas stärker als im Februar. Die Unternehmen strichen deshalb den dritten Monat Jobs.

Einzelhändler klagen

Wegen der schlechten Wirtschaftslage in vielen Ländern Europas hielten sich zudem die Verbraucher im Februar mit Käufen zurück. Nach den vorläufigen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat gingen die Umsätze in der Eurozone zum Januar um 0,1 Prozent zurück. Im Vergleich zum Februar des Vorjahres war der Umsatzrückgang mit 2,1 Prozent deutlicher. Volkswirte hatten prognostiziert, dass die Geschäfte auf Monatssicht um 0,1 Prozent und auf Jahressicht um 1,2 Prozent schrumpfen würden.

In der gesamten EU nahmen die Umsätze im Februar um 0,4 Prozent auf Monatssicht und um 1,1 Prozent auf Jahressicht ab.

Weniger wurde im Euroraum für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren ausgegeben. Das Einzelhandelsvolumen sank in acht Mitgliedstaaten und erhöhte sich in dreizehn. Die höchsten Rückgänge verzeichneten Portugal mit minus 9,6 Prozent, Bulgarien mit 6,4 Prozent und Spanien, wo der Handel um 6,2 Prozent zurückging. Die stärksten Zuwächse gab es in Estland und Lettland, in denen der Umsatz zweistellig zulegte. In Deutschland nahmen die Einzelhändler auf Jahressicht 2,5 Prozent und auf Monatssicht 1,1 Prozent weniger ein.

Quelle: n-tv.de

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