Wirtschaft
Kopf hoch, Herr Tsipras! Dass die griechische Wirtschaft leicht schrumpft, ist kein Drama - im Vergleich zum Vorjahresquartal legte sie deutlich zu.
Kopf hoch, Herr Tsipras! Dass die griechische Wirtschaft leicht schrumpft, ist kein Drama - im Vergleich zum Vorjahresquartal legte sie deutlich zu.(Foto: AP)

Mehr Wachstum als erwartet: Eurozone wächst ein klein bisschen mehr

Die Konjunktur in der Eurozone ist ein zartes Pflänzchen, das wächst und gedeiht. Die Wirtschaft hat zum Ende des vergangenen Jahres stärker zugelegt als erwartet. Griechenland erfährt jedoch einen Dämpfer.

Die Wirtschaft des Euroraums ist zum Jahresende hin etwas stärker gewachsen als erwartet. Wie das europäische Statistikamt Eurostat mitteilte, stieg die Wirtschaftsleistung (BIP) im letzten Jahresviertel um 0,3 Prozent zum Vorquartal. Bankvolkswirte hatten 0,2 Prozent erwartet. Unter dem Strich legte die Wirtschaft im gesamten Euroraum 2014 um 0,9 Prozent zu.

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Nach wie vor verteilt sich das Wachstum allerdings ungleichmäßig. Estland wuchs im vierten Quartal mit 1,1 Prozent am stärksten, gefolgt von Deutschland und Spanien mit je 0,7 Prozent. Dagegen erhöhte sich die Wirtschaftsleistung in der zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft Frankreich um lediglich 0,1 Prozent. Die Nummer drei im Euroraum, Italien, stagnierte. Rückläufig war die Wirtschaftsleistung in Zypern (minus 0,7 Prozent), Finnland (minus 0,3 Prozent).

Die griechische Wirtschaft hat Ende 2014 etwas an Fahrt verloren. Die Summe der hergestellten Waren und Dienstleistungen sank zwischen Oktober und Dezember um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hingegen gab es ein Plus von 1,7 Prozent. Im Gesamtjahr 2014 dürfte die Konjunktur in Griechenland nach sechs Rezessionsjahren erstmals wieder zugelegt haben. Das nationale Statistikamt Elstat veröffentlicht diese Zahl allerdings erst im März. Die EU-Kommission hatte jüngst ein Plus von einem Prozent veranschlagt. Für das laufende Jahr traut die Brüsseler Behörde der Wirtschaft 2,5 Prozent Wachstum zu, das sich 2016 auf 3,6 Prozent beschleunigen dürfte.

Stimmung in Athen trotzdem gut

So hatte der Dämpfer zum Jahresende auch keinen Einfluss auf die Stimmung an den griechischen Börsen. Die wird eher von der Einigung auf Expertengespräche im Schuldenstreit mit Griechenland getragen - die Kurse an der Athener Börse stiegen kräftig. Der Leitindex der griechischen Börse legte am Vormittag in den ersten Handelsminuten um über 7,6 Prozent zu. Überdurchschnittlich stark profitierten Banktitel. Schon am Donnerstag hatten die Kurse der Unternehmen an der Athener Börse 6,7 Prozent an Wert gewonnen.

Im kommenden Jahr erwartet die EU ein deutlich stärkeres Wachstum im Euroraum. Begünstigt vom niedrigen Ölpreis und einer von der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgelösten Geldschwemme sind die Aussichten für die Währungsunion in diesem Jahr gut: Nach Prognose der EU-Kommission wird die Konjunktur um 1,3 Prozent zulegen.

Quelle: n-tv.de

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