Wirtschaft

Strafbefehl akzeptiert: Ex-BayernLB-Chef zahlt

Eine Wohnungsaffäre wird dem ehemaligen Chef der BayernLB, Schmidt, zum Verhängnis. Der 68-Jährige entrichtet wegen Steuerhinterziehung eine Geldstrafe. Dennoch drohen Schmidt im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Hypo Group Alpe Adria durch die BayernLB noch weitere Unannehmlichkeiten.

Werner Schmidt.
Werner Schmidt.(Foto: picture alliance / dpa)

Der frühere Vorstandschef der BayernLB, Werner Schmidt, ist wegen Steuerhinterziehung vorbestraft. Die Münchner Staatsanwaltschaft und Schmidts Anwalt bestätigten, dass der pensionierte Banker einen Strafbefehl akzeptierte.

Dem Anwalt zufolge warf die Anklagebehörde dem 68-Jährigen vor, für eine Wohnung in Konstanz von einem seiner beiden Söhne Miete kassiert, diese aber in ähnlicher Höhe wieder zurücküberwiesen zu haben. Damit hätte Schmidt die Wohnung beim Finanzamt nicht geltend machen dürfen, um seine Steuerlast zu mindern. Insgesamt ging es um 80.000 Euro, die Schmidt dem Fiskus vorenthielt. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" musste Schmidt 50.000 Euro Strafe zahlen.

Schmidt habe keinen Prozess durch alle Instanzen führen wollen und deshalb den Strafbefehl akzeptiert, sagte sein Anwalt. Ein Schuldeingeständnis sei dies jedoch nicht. Über die Verquickung von Mieteinnahmen und Schenkungen an Familienmitglieder gebe es verschiedene Rechtsauffassungen. Der ehemalige Vorstand habe sämtliche Kontoauszüge freiwillig den Ermittlern ausgehändigt. "Das hätte er sicher nicht gemacht, wenn er etwas hätte vertuschen wollen."

HGAA-Damoklesschwert schwebt weiter

In der Tat kam die Staatsanwaltschaft dem Steuerdelikt auf die Spur, als sie nach etwas ganz anderem suchte: Im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) durch die BayernLB gingen die Ermittler dem Verdacht von Schmiergeldzahlungen nach. Dafür fanden sich allerdings keine Beweise.

Dennoch muss sich Schmidt vermutlich wegen des Kaufs vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Untreue und Korruption gegen ihn und weitere siebe ehemalige Vorstände der BayernLB erhoben. Sie sollen Bedenken und Risiken bewusst außer Acht gelassen haben und so der Landesbank einen Schaden von 550 Millionen Euro zugefügt haben. Im Falle einer Verurteilung würde sich Schmidts Strafe durch den Strafbefehl wegen der Steuerhinterziehung erhöhen.

Quelle: n-tv.de

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