Wirtschaft
Die Deutsche Bank hat bereits mehrerer Händler entlassen.
Die Deutsche Bank hat bereits mehrerer Händler entlassen.(Foto: picture alliance / dpa)

Euribor-Manipulationen: Ex-Deutsche-Bank-Händler vor Gericht

Dass Banker im großen Stil Zinssätze manipuliert haben, die Milliarden bewegen, ist längst bewiesen - und ihre Arbeitgeber mussten hohe Strafen zahlen. Die Strafverfolgung der einzelnen Händler steht aber noch am Anfang.

Im Skandal um manipulierte Zinssätze sind Mitarbeiter der Deutschen Bank erstmals vor einem Londoner Gericht erschienen. Von den sechs Beschuldigten, die größtenteils nicht mehr für den deutschen Branchenprimus arbeiten, äußerten sich nur zwei. Einer der beiden, ein in Singapur ansässiger Franzose, muss vor Prozessbeginn eine Million Pfund (1,34 Millionen Euro) Kaution hinterlegen, sein ehemaliger deutscher Kollege 100.000 Pfund.

Der Deutsche arbeitet nach eigenen Angaben noch für die Deutsche Bank, die sich zu der Anhörung nicht äußern wollte. Insgesamt beschuldigt die britische Strafverfolgungsbehörde Serious Fraud Office (SFO) bislang zehn Männer und eine Frau, zwischen 2005 und 2009 an Manipulationen des wichtigen Referenzzinssatzes Euribor beteiligt gewesen zu sein. Vier arbeiteten in der Zeit für die britische Großbank Barclays, einer für die französische Société Générale.

Sie sind die ersten, denen im Zuge der SFO-Ermittlungen wegen Euribor-Manipulationen juristische Konsequenten drohen. Von den elf Beschuldigen kamen sechs zum Westminster Magistrates' Court, sie bestätigten dort aber nur ihre Identität und äußerten sich sonst nicht. Wann der eigentliche Prozess beginnt, ist einer SFO-Sprecherin zufolge offen.

Entlassungen und Strafzahlungen

Der Euribor ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem viele europäische Banken einander Anleihen in Euro gewähren, und wird täglich festgesetzt. Über Jahre haben Mitarbeiter mehrerer Großbanken diese wichtigen Referenzzinsen für das Geldgeschäft der Banken untereinander, Libor und Euribor, manipuliert.

Nachdem der Skandal 2012 öffentlich geworden war, entließ die Deutsche Bank mehrere Händler und musste Strafen in Milliardenhöhe zahlen. Vergangenen August war bereits einer der Hauptverdächtigen im Libor-Skandal in London zu 14 Jahren Haft verurteilt worden, später wurde die Strafe auf elf Jahre vermindert. Er hatte für Schweizer Großbank UBS gearbeitet.

Quelle: n-tv.de

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