Wirtschaft

Geldstrafe wegen Kreditbetrug: Ex-Porsche-Manager entgeht Haft

Das Landgericht Stuttgart verurteilt Ex-Porsche-Finanzchef Härter wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe in Höhe von 630.000 Euro. Strafverfolger hatten eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr gefordert. Dennoch will Härter das Urteil nicht hinnehmen.

Holger Härter kommt mit einer Geldstrafe davon. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.
Holger Härter kommt mit einer Geldstrafe davon. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.(Foto: dpa)

"Keine bloße Bagatelle": Porsches früherer Finanzchef Holger Härter ist wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Stuttgarter Landgericht sah es als erwiesen an, dass Härter im Zuge der Übernahmeschlacht mit VW eine Bank falsch informiert hat. Die Kammer sei zu dem Schluss gekommen, dass die Angaben für den Kredit nicht richtig gewesen seien, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Auch ein mitangeklagter Manager bekam eine Geldstrafe.

Härter wurde zu 180 Tagessätzen à 3500 Euro verurteilt. Das Gericht blieb damit hinter dem von den Strafverfolgern geforderten Strafmaß zurück. Kreditbetrug kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. Seine Anwälte wollen Revision gegen das Urteil einlegen.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr gefordert, die bei einer Bewährungsauflage von einer Million Euro zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe hätte ausgesetzt werden können. Sie hatte ihm vorgeworfen, Zahlen geschönt zu haben, um an einen Kredit zu kommen.

Die Verteidigung hatte in dem seit September vor der Wirtschaftsstrafkammer laufenden Prozess auf Freispruch plädiert. Dem 2009 gefeuerten ehemaligen Finanzvorstand Härter und einem Mitarbeiter wurde vorgeworfen, bei den Verhandlungen über einen 500-Millionen-Euro-Kredit der BNP den Finanzbedarf und Risiken des Autokonzerns zu gering angegeben zu haben. Dabei ging es um die Frage, ob der Wert von Kauf- und Verkaufoptionen auf Stammaktien von Volkswagen korrekt angegeben worden war.

Mit dem Verfahren ist aber der juristische Ärger für Härter noch nicht vorbei: Er und sein damaliger Chef Wendelin Wiedeking müssen noch mit einem Prozess wegen Marktmanipulation rechnen. Die Anklage ist bereits erhoben.

Quelle: n-tv.de

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