Wirtschaft
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Schmiergeldkassen in der Türkei?: Ex-Schaeffler-Chef unter Verdacht

Schwer Vorwürfe gegen Jürgen Geißinger: Der frühere Mann an der Spitze von Schaeffler soll sich "im geschäftlichen Verkehr" mit einer Unternehmenstochter in der Türkei gewichtiger Straftaten schuldig gemacht haben.

Die Staatsanwaltschaft Würzburg ermittelt einem Zeitungsbericht zufolge gegen den langjährigen früheren Chef des Automobil- und Industriezulieferers Schaeffler, Jürgen Geißinger. Die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit einem Schmiergeldskandal in der Türkei, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Dienstagsausgabe. Im Visier der Ermittlungen steht demnach neben Geißinger auch ein weiteren Ex-Vorstand des Unternehmens. Insgesamt gebe es acht Beschuldigte, heißt es.

Schaeffler selbst hat die beiden Top-Manager und die anderen sechs Ex-Mitarbeiter dem Bericht zufolge auf knapp 13 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Es gehe bei den Ermittlungen "um den Tatvorwurf der Bestechung im geschäftlichen Verkehr, der Untreue sowie der Steuerhinterziehung", zitiert das Blatt einen Sprecher der Würzburger Staatsanwaltschaft.

Er sprach von "umfangreichen Ermittlungen" durch das bayerische Landeskriminalamt, im Zuge derer es bereits Hausdurchsuchungen gegeben hatte. Hintergrund sind nach SZ-Angaben mutmaßlich 150 Zahlungen von Schmiergeld aus Kassen der türkischen Schaeffler-Tochter FAG in den Jahren 2004 bis 2011. Dabei sollen etwa 700.000 Euro geflossen sein, um an Aufträge zu kommen oder Insiderinformationen bei Ausschreibungen zu erhalten.

Mehr zu den Vorwürfen und den Umständen rund um die Schadenersatzklage bei Schaeffler könnte die Öffentlichkeit bereits am Dienstag erfahren: Bei der anstehenden Bilanzpressekonferenz in Frankfurt will die Schaeffler AG die Geschäftsentwicklung des vergangenen Jahres vorstellen. Dabei dürfte es auch Fragen zu den Ermittlungen gegen Geißinger aufkommen.

Der frühere Schaeffler-Chef ist derzeit Vorstandsvorsitzender bei Repower. In dieser Funktion hatte Geißinger erst in der vergangenen Woche das Börsen-Comeback des Hamburger Windenergieunternehmen Repower angekündigt. Repower soll Ende der Woche unter dem neuen Namen Senvion an den Aktienmarkt zurückkehren.

Quelle: n-tv.de

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