Wirtschaft
Ein Eurofighter von EADS.
Ein Eurofighter von EADS.(Foto: REUTERS)

Zahlte EADS Millionen-Schmiergeld?: Ex-Topmanager beschuldigt

Um seine Kampfflugzeuge zu verkaufen, zeigt sich der Rüstungskonzern EADS offenbar nicht zinmperlich. Einem Medienbericht zufolge besticht der Konzern Entscheidungsträger in Österreich mit Schmiergeldern in Millionenhöhe. Besonders heikel: Unter den Beschuldigten soll auch ein früherer Top-Manager sein.

EADS-Chef Enders fordert "null Toleranz".
EADS-Chef Enders fordert "null Toleranz".(Foto: REUTERS)

Beim Verkauf von Kampfflugzeugen an Österreich zum Preis von 1,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahrzehnt sollen beim Rüstungskonzern EADS mindestens 70 Millionen Euro in dunkle Kanäle geflossen sein. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der größte Teil des Geldes landete dem Bericht zufolge über eine Firma in London auf Konten weiterer Gesellschaften in Malta, Liechtenstein, Schweit, Isle of Man und Österreich.

Die Staatsanwaltschaften in München und Wien vermuten offenbar, dass die 70 Millionen Euro als Schmiergeld eingesetzt wurden, um Entscheidungsträger in Österreich zu bestechen. Unter den 13 Beschuldigten befindet sich laut "Süddeutscher Zeitung" neben EADS-Leuten aus der mittleren Ebene, Lobbyisten und Vermittlern auch ein früherer Top-Manager des Rüstungskonzerns.

Vier Millionen Euro aus der EADS kamen offenbar über die Umwege London und Isle of Man nach Erkenntnissen der Ermittler bei der Privatstiftung "Lakeside" in Kärnten an, die dort "hochwertige Hightech-Arbeitsplätze" schaffen will. Vor dieser Zuwendung hatte sich der damalige, inzwischen verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (FPÖ) in Österreich vehement gegen den Kauf der Eurofighter eingesetzt, dann aber seine Meinung geändert, schreibt die Zeitung weiter. Die Zahlungen an Lakeside würden von den Ermittlern ebenfalls untersucht.

In einem Schreiben an das Management erklärte EADS-Chef Thomas Enders laut "Süddeutscher Zeitung", das Gesetz zu brechen sei "keine Option". Im Unternehmen sei kein Platz für "betrügerisches und unethisches Verhalten". Da gebe es "null Toleranz". EADS werde die Ermittlungsbehörden unterstützen.

EADS versucht derzeit, Hubschrauber an das US-Militär zu verkaufen. In den USA werden Unternehmen, die Schmiergeld zahlen, normalerweise von Staatsaufträgen ausgeschlossen. Das kann nur durch eine volle Kooperation mit den Ermittlungsbehörden abgewendet werden.

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Quelle: n-tv.de

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