Wirtschaft
Matthew Taylor verlässt das Gericht. Er hat sich bereits im April schuldig bekannt.
Matthew Taylor verlässt das Gericht. Er hat sich bereits im April schuldig bekannt.(Foto: REUTERS)

Betrügerische Termingeschäfte: Ex-Vizechef von Goldman Sachs verurteilt

Neun Monate Haft und 100 Millionen Dollar Geldstrafe - so lautet das Gerichtsurteil für den ehemaligen Vizechef von Goldman Sachs. Matthew Taylor soll Wetten auf Termingeschäfte in Milliardenhöhe verschleiert haben. Der Betrugsfall hatte die Bankenwelt erschüttert.

Wegen der Verschleierung riskanter Termingeschäfte in Milliardenhöhe ist ein ehemaliger Vize-Chef der US-Bank Goldman Sachs zu neun Monaten Haft verurteilt worden.

Wie die zuständige Staatsanwaltschaft mitteilte, stellte das zuständige New Yorker Gericht in seinem Urteil fest, dass Matthew Taylor Ende 2007 insgesamt 8,3 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) an Wetten auf Termingeschäfte "betrügerisch angehäuft und verschleiert" habe.

Zusätzlich zur Haftstrafe verurteilte das Gericht den 34-jährigen Ex-Börsenhändler zu einer Geldstrafe in Höhe von 118 Millionen Dollar. Diese Summe entspricht dem Schaden, den er Goldman Sachs zugefügt hat.

Taylor bekannte sich bereits im April schuldig. Seinen Angaben zufolge hatte er Goldman Sachs innerhalb von 36 Stunden informiert, der Tatvorwurf wurde aber erst in diesem Jahr bekannt. Bei der Verkündung des Strafmaßes kritisierte der Richter Goldman Sachs und die Behörden scharf. Die Bank habe Taylors Lügen bewusst verschwiegen. Sie habe Taylor gefeuert, aber den Fehltritt nicht offen gelegt. Auf diese Weise habe er vier weitere Jahre für Morgan Stanley arbeiten können. "So viel zu Goldmans Sorgen um die Glaubwürdigkeit der Finanzmärkte", sagte er.

"Alles an dem Fall ist traurig"

Die Behörden hätten ihrerseits jahrelang auf Ermittlungen verzichtet, nur um sich schließlich in den Medien für die Anklage feiern zu lassen, sagte der Richter weiter. Der Fall sei ein Beispiel "für alles, was an der Wall Street falsch ist wie auch bei den Aufsichtsbehörden, die die Öffentlichkeit schützen sollen". Überhaupt sei alles daran traurig. Zu Taylor sagte er: "Die Reaktion ihres Arbeitgebers war traurig. Ihr Verhalten ist traurig. Das Verhalten der Regierung ist traurig."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte Taylor seinen früheren Arbeitgeber mit einem falschen Bericht über seine Verluste und Gewinne getäuscht. Das Bankhaus selbst war im Dezember 2012 in dieser Angelegenheit wegen Vernachlässigung seiner Aufsichtspflicht zu einer Strafzahlung von 1,5 Millionen Dollar verurteilt worden.

Taylor lebt heute mit seiner Familie in Florida, wo er eine Poolreinigungs-Firma betreibt. Zusätzlich zur seiner Haft- und Geldstrafe muss er 400 Sozialstunden absolvieren. Er soll Kindern armer Familien Mathematik beibringen. Der Absolvent des Massachusetts Institutes of Technology (MIT) bleibt bis Februar auf Kaution frei, dann tritt er seine Haftstrafe an.

Quelle: n-tv.de

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