Mittwoch, 08. September 2010
Analysten reiben sich die Augen: Exportaufkommen sinkt
Der stockende Konjunkturaufschwung in den USA und die Wachstumsschwäche bei einigen Euro-Ländern wirken sich negativ auf den deutschen Export aus. Im Juli sinken das Volumen der Ausfuhren im vergleich zum Vormonat. Analysten hatten dagegen stabile Umsätze erwartet.Die deutschen Exporte sind im Juli überraschend zurückgegangen. Die Unternehmen setzten 1,5 Prozent weniger im Ausland um als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Analysten hatten dagegen stabile Umsätze erwartet, nachdem es im Juni noch zu einem Plus von 3,7 Prozent gereicht hatte.
Insgesamt verkauften die Exporteure Waren im Wert von 83,0 Milliarden Euro. Das waren 18,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damals waren die Ausfuhren wegen der weltweiten Wirtschaftskrise um fast ein Fünftel eingebrochen.
Besonders gut liefen die Geschäft mit den Ländern außerhalb Europas. Hier stieg der Umsatz um 25,1 Prozent. Die Exporte in die Euro-Länder legten um 15,1 Prozent zu, die in die EU-Staaten um 14,6 Prozent. Von Januar bis Juli erhöhten sich die Exporte um 18,3 Prozent auf 541,3 Milliarden Euro. Der Außenhandelsverband BGA rechnet für das Gesamtjahr mit einem Plus von "deutlich über zehn Prozent".
Schrumpfende Importe
Wegen der Wachstumsschwäche in den USA und einigen Euro-Ländern sowie dem Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme bei wichtigen Handelspartnern dürfte das Geschäft in den kommenden Monaten schwieriger werden. Die exportabhängige Industrie erhielt im Juli 3,7 Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland.
Die Importe schrumpften zu Beginn der zweiten Jahreshälfte um 2,2 Prozent im Vergleich zum Juni. Analysten hatten einen Anstieg von 0,5 Prozent vorausgesagt. Insgesamt wurden Waren im Wert von 69,5 Milliarden Euro eingeführt - 24,9 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der um Saison- und Kalendereffekte bereinigte Handelsüberschuss - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - lag im Juli bei 12,7 Milliarden Euro.
rts
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