Wirtschaft
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Symptome des schwachen Welthandels: Exporteure beginnen Jahr mit Dämpfer

Zunehmend wirkt sich die Schwäche der Weltwirtschaft auch auf die deutschen Werkbänke aus. Die Verkäufe ins Ausland fallen zu Jahresbeginn - vor allem in Länder außerhalb der EU. Dagegen sind die heimischen Firmen in Kauflaune.

Der deutsche Außenhandel hat das neue Jahr verhalten begonnen. Im Januar sanken die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt vorläufig mitteilte. Auf Monatssicht fielen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 0,5 Prozent geringer aus. Demgegenüber legten die Einfuhren im Vorjahresvergleich um 1,5 Prozent zu, wie die Statistiker weiter mitteilten. Im Vergleich zum Dezember stiegen die Importe kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent.

Besonders stark sanken die Ausfuhren in Länder außerhalb der EU. Auf Jahressicht nahmen die Exporte in sogenannte Drittländer um 5,0 und die Importe um 1,1 Prozent ab. Zu diesen Ländern gehören etwa China, Russland, Brasilien aber auch die USA. Die Verkäufe in EU-Länder kletterten indes um 1,0 Prozent. Und auch die Einkäufe legten zu - um 3,0 Prozent.

Insgesamt führte Deutschland im Januar Waren im Wert von 88,7 Milliarden Euro aus. Die Importe hatten einen Wert von 75,2 Milliarden Euro.  Der Überschuss in der Leistungsbilanz betrug nach vorläufigen Berechnungen der Bundesbank 13,2 Milliarden Euro. Ökonomen hatten 17,0 Milliarden Euro erwartet.

Ökonom Volker Treier von der deutschen Industrie- und Handelskammer sprach denn auch von einem schwachen Jahresauftakt. "Uns trifft die"Wachstumsschwäche Chinas", sagt er. Doch auch  in anderen relevanten Schwellenländern wie Russland und Brasilien sehe es nicht gut aus. Zudem liefen die Effekte des vergleichsweise schwachen Euro allmählich aus. Die anziehenden Importe signalisierten indes eine Belebung der Inlandsinvestitionen.

Für Thomas Gitzel von der VP Bank ist nicht nur der Januar enttäuschend. Die Gesamtentwicklung der vergangenen Monate bleibe schwach. "Wenn Mario Draghi glaubt, mit einer Schwächung des Euro die Exporte anzufeuern, hat er sich jedenfalls getäuscht", sagte er. Die Symptome eines insgesamt schwachen Welthandels seien unübersehbar. Es fehle eine stärkere globale Investitionsbereitschaft. Dennoch gelte, dass die Stimmung schlechter als die Lage sei. "Das verheißt Besserung in den kommenden Quartalen."

Quelle: n-tv.de

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