Wirtschaft
Ein Ölkonzern borgt sich Geld: ExxonMobil bietet 1,3 Prozentpunkte mehr als vergleichbare US-Staatsanleihen.
Ein Ölkonzern borgt sich Geld: ExxonMobil bietet 1,3 Prozentpunkte mehr als vergleichbare US-Staatsanleihen.(Foto: REUTERS)

Anleihen mit der Bestnote "AAA": Exxon will sich 12 Milliarden leihen

In den USA läuft eine gigantische Finanzoperation an: In einer der umfangreichsten Verkaufsaktionen des Jahres will sich ein US-Rohstoffriese am Markt für Unternehmensanleihen bedienen. ExxonMobil braucht dringend frisches Geld.

Der US-Ölkonzern ExxonMobil startet am Markt für Unternehmensanleihen eine der bislang größten Bond-Aktionen des laufenden Jahres. Die Amerikaner bieten auf einen Schlag Schuldscheine im Volumen von insgesamt 12 Milliarden Dollar an. ExxonMobil kann Anleger mit einem ausgezeichneten Rating der Kreditwürdigkeit umwerben.

In der Beurteilung der Ratingagenturen kann der Rohstoffkonzern derzeit noch die bestmöglichen Bonitätsnote "AAA" vorweisen - und das, obwohl die kurzfristigen Ertragsaussichten durch den fallenden Ölpreis dramatisch gesunken sind. Die Lage am Weltmarkt für Rohöl macht sich längst auch in der Geschäftsentwicklung bemerkbar: Im Schlussquartal 2015 fuhr ExxonMobil mit einem Reingewinn von 2,8 Milliarden Dollar das schlechteste Quartalsergebnis seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten ein.

Mit der Ausgabe neuer Schuldscheine nutzt ExxonMobil die wieder etwas bessere Stimmung an den Kapitalmärkten. Zuvor hatte die Sorge um den Zustand der Weltwirtschaft den Kapitalmarkt selbst für Unternehmen mit gutem Rating bis weit in die erste Februar-Hälfte noch unzugänglich gemacht. Unternehmen wie Apple gelang es, Anleihen am Markt unterzubringen.

Doch der Exxon-Bond sei kein Selbstläufer, warnen Kenner der Materie. Angesichts des Einbruchs der Ölpreise muss der Energiekonzern deutlich bessere Konditionen bieten als bei der letzten Emission. So bietet Exxon beispielsweise die zehnjährige Tranche mit einem Spread von 1,3 Prozentpunkten im Vergleich zu den US-Staatsanleihen an. Im vergangenen Jahr musste der Ölkonzern bei einer Emission nur einen Aufschlag von 0,58 Prozentpunkten zahlen.

Geld für den laufenden Betrieb

Exxon benötigt die frischen Mittel eigenen Angaben zufolge für allgemeine Zwecke - und nicht etwa für die Investition in spezielle Projekte, mit denen sich der Konzern unabhängig von der aktuellen Situation beim Rohöl machen könnte. Der US-Konzern hält derzeit zwar noch die bestmögliche Bonität inne, droht den "AAA"-Stempel aber demnächst zu verlieren.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte Anfang Februar bereits angekündigt, innerhalb von drei Monaten über eine mögliche Herunterstufung zu entscheiden. Ende Februar hatten die Analysten von Moody's bereits den Ausblick für ExxonMobil auf "negativ" gesenkt. Mit einer baldigen Herabstufung ist damit zu rechnen.

Quelle: n-tv.de

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