Wirtschaft
Findet sich ein Investor für die "FR"?
Findet sich ein Investor für die "FR"?(Foto: REUTERS)

Insolvenzverwalter sucht Käufer: "FR" läuft die Zeit davon

Der Traditionszeitung "Frankfurter Rundschau" droht das Aus. Der Insolvenzverwalter verhandelt mit möglichen Investoren und gibt sich optimistisch. Doch die Zeit drängt.

Um die "Frankfurter Rundschau" vor der Pleite zu retten, muss nach Ansicht von Insolvenzverwalter Frank Schmitt schnell ein Investor für die schwer angeschlagene Traditionszeitung gefunden werden. "Uns geht das Geld aus", sagte er. "Aber wer auch immer den Zuschlag erhält: Der Verkauf muss schnell erfolgen. Allerspätestens bis Jahresende muss der Investor feststehen." Bis Ende Januar erhalten die Mitarbeiter des Verlags Insolvenzgeld.

Schmitt sprach allerdings von "namhaften Interessenten" aus Deutschland und dem Ausland. "Der eine erkundigt sich im Namen eines potenziellen Investors, der andere interessiert sich selbst für das ganze Paket, wieder einige machen sich Hoffnung auf eine Zukunft auf dem digitalen Markt und können sich vorstellen, das Filetstück, die App der "Rundschau", fortzuführen. Bislang betreffen die ernst gemeinten Anfragen und Angebote insgesamt den Verlag, aber auch die Druckerei.

"Enger Zeitplan"

Frankfurt wäre auch nach einer Pleite der "Frankfurter Rundschau" ein gutes Pflaster für mögliche neue Investoren, meinte Schmitt: "Ohne die "Rundschau" würde es in Frankfurt ein Vakuum geben, das gefüllt werden will." Einige Interessenten sähen die Möglichkeit, diese Lücke zu füllen.

Sorgen um die Ausrichtung der Zeitung macht sich Schmitt nicht: "Ein Käufer wird sich auf die "FR"-Leserschaft einstellen. Insofern gehe ich davon aus, dass die linksliberale Tendenz bleibt, welche die Zeitung bekannt und beliebt gemacht hat".

Ein Stellenabbau spiele derzeit keine Rolle. "Das hängt vom Business-Plan des Übernehmers ab. Aber noch mal: Entscheidend ist jetzt der Zeitfaktor", sagte Schmitt.

Die Stimmung in den Redaktionsräumen und in der Druckerei sei angespannt, aber nicht hoffnungslos, ergänzte er. "Jeder kennt natürlich die angespannte finanzielle Situation und den engen Zeitplan, jeder kennt die derzeitige Lage auf dem Markt, insbesondere im Medienbereich. Aber es ist noch niemand auf mich zugekommen, der das Unternehmen verlassen will und um einen Auflösungsvertrag bittet."

Quelle: n-tv.de

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