Wirtschaft
Titel aus dem Haus Gruner + Jahr: Meinungsvielfalt dient letztlich dem Allgemeinwohl.
Titel aus dem Haus Gruner + Jahr: Meinungsvielfalt dient letztlich dem Allgemeinwohl.(Foto: dapd)

Gerüchte um Zeitungsschließung: FTD droht schnelles Ende

In der deutschen Zeitungslandschaft könnte sich schon bald eine lachsfarbene Lücke auftun: Nach Jahren im Minus steht die Zukunft der "Financial Times Deutschland" auf dem Prüfstand. Der Verlag Gruner + Jahr denkt angeblich bereits über eine Abwicklung nach.

Noch ist nichts entschieden: "FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann (Archivbild).
Noch ist nichts entschieden: "FTD"-Chefredakteur Steffen Klusmann (Archivbild).(Foto: picture alliance / dpa)

Über der "Financial Times Deutschland" (FTD) brauen sich dunkle Wolken zusammen: Angesichts anhaltender Verluste soll das Ende der Tageszeitung in ihrer bisherigen Form Gerüchten zufolge bereits besiegelt sein.

Der Vorstand des Zeitschriftenverlags Gruner + Jahr (G+J) habe beschlossen, die "FTD" einzustellen und die Zeitschriften "Impulse" und "Börse Online" zu verkaufen, heißt es in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ohne Angabe von Quellen. Ausschlaggebend für den weitgehenden Rückzug aus dem Bereich der Wirtschaftsmedien sei die schlechte Ertragslage in dem Geschäft. Sinkende Anzeigenerlöse und fallende Auflagen dürften demnach auch in diesem Jahr zu einem hohen Verlust führen.

Neu sind die Gerüchte nicht. Die chronisch defizitäre Lage bei der "FTD" ist in der Branche längst kein Geheimnis mehr. Am vergangenen Wochenende tauchten schließlich auch im Magazin "Focus" Details zu einer angeblich bevorstehenden Schließung auf. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen nicht näher benannten "Konzerninsider", demzufolge Gruner + Jahr bei den Wirtschaftstiteln für 2012 einen Verlust von 15 Mio. Euro erwarte. Davon sollen angeblich allein bei der "FTD" 10,5 Mio. Euro anfallen. Weitere 2,5 Mio. Euro gehen demnach auf die Lage bei "Börse online" zurück.

Weitergeführt werden soll übereinstimmenden Angaben zufolge hingegen das Wirtschaftsmagazin "Capital". Die Entscheidung stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats, der am Mittwoch zusammenkomme, berichtete die "FAZ". Zudem müssen noch die beiden G+J-Eigner Bertelsmann und die Jahr-Familie ihre Zustimmung geben. Bei G+J in Hamburg wollte man zu den Gerüchten zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Seit der Gründung der "FTD" ist bei den G+J-Wirtschaftsmedien ein Verlust von insgesamt rund 300 Mio. Euro angefallen. Von den 350 Mitarbeitern der Wirtschaftsblätter sind allein 200 Redakteure.

Quelle: n-tv.de

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