Wirtschaft

Ideenpapier des Karstadt-Chefs: Fanderl will nach Leistung zahlen

Karstadt steckt mitten im Umbruch, doch bis Mitte kommenden Jahres soll die Wende geschafft sein. Dafür hat der Chef der Warenhauskette, Fanderl, einige Punkte auf der Liste. Einer davon: Für die Mitarbeiter soll sich Leistung mehr lohnen.

Karstadt kämpft ums Überleben.
Karstadt kämpft ums Überleben.(Foto: dpa)

Der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl fordert von den rund 17.000 Mitarbeitern mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten und bringt stärker an Leistung orientierte Gehälter ins Gespräch. "Wir müssen Service dann anbieten, wenn unsere Kunden ihn nachfragen. Und wir werden über leistungsorientierte Gehaltsbestandteile nachdenken", zitiert die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus einem Brief Fanderls an die Mitarbeiter der Warenhauskette. Über den Brief hatte zuvor schon die Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" berichtet.

Dabei setze er neben Änderungen bei Preisen und Sortimenten auch auf zwei verschiedene Kaufhaustypen: ein Kaufhaus für den Erlebniskauf und eines für die Nahversorgung. Erste Pilotmärkte sollen im Sommer kommenden Jahres umgebaut werden. Den defizitären Filialen setze Fanderl eine Frist. Bis Mitte 2015 solle dort die Wende geschafft sein. "Die Zeit ist knapp", schreibt er laut dem Blatt.

Fanderl hatte vor rund einer Woche die Karstadt-Führung übernommen. Dabei kündigte er eine Rosskur an, um den mit Verlusten und Umsatzrückgängen kämpfenden Traditionskonzern wieder in die schwarzen Zahlen führen. Für sechs Standorte, darunter Warenhäuser in Stuttgart und Hamburg, ist das Aus im kommenden Jahr bereits beschlossene Sache. Weitere zehn der 83 Warenhäuser stehen demnach auf der Kippe.

Seit dem Ende der Insolvenz im Herbst 2010 hat Karstadt nach Angaben von Fanderl 500 Millionen Euro Umsatz verloren. Über sieben Millionen Menschen würden heute nicht mehr in dem Warenhaus einkaufen.

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Quelle: n-tv.de

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