Wirtschaft

Yellen sieht noch Handlungsbedarf: Fed hält Konjunkturstütze aufrecht

Der US-Arbeitsmarkt entwickelt sich in die positive Richtung. Fed-Chefin Yellen will dennoch die Politik des billigen Geldes beibehalten. Sie hat dabei auch das Inflationsziel von zwei Prozent im Auge.

Janet Yellen plädiert für eine Beibehaltung der lockeren Geldpolitik.
Janet Yellen plädiert für eine Beibehaltung der lockeren Geldpolitik.(Foto: REUTERS)

Der US-Arbeitsmarkt schlägt nach Ansicht von Notenbankchefin Janet Yellen langsam einen Kurs Richtung Vollbeschäftigung ein. Allerdings werde die Unterstützung der Federal Reserve noch einige Zeit nötig sein, sagte Yellen in ihrer zweiten öffentlichen Rede seit sie Anfang Februar Nachfolgerin von Ben Bernanke an der Spitze der Notenbank wurde. "Ich denke durchaus, dass wir bedeutende Fortschritte sehen. Aber das Ziel ist zum jetzigen Zeitpunkt ganz klar noch nicht erreicht."

Yellen bekräftigte in ihrer Rede vor dem New Yorker Wirtschaftsclub die neue Orientierungshilfe für die Zinspolitik der Fed. Statt an einer konkreten Marke, nämlich einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent, will sich die Notenbank nach der neuen Richtlinie am Inflationsziel von zwei Prozent sowie an Fortschritten Richtung Vollbeschäftigung orientieren. Je weiter die USA von den Arbeitsmarkt- und Inflationszielen entfernt seien und je langsamer man beim Erreichen dieser Punkte vorankomme, umso länger werde es bei den gegenwärtige ultraniedrigen Zinsen bleiben, sagte Yellen. Der US-Leitzins liegt seit geraumer Zeit bei 0 bis 0,25 Prozent. Die Arbeitslosenquote steht bei 6,7 Prozent.

Yellen betonte, es sei wichtig, dass die Geldpolitik der Fed noch für einige Zeit locker bleibe. Mit einem Fortschreiten der Erholung sei es jedoch offensichtlich, dass die Zügel bei der ultralockeren Geldpolitik wieder angezogen werden müssten. Sobald der richtige Zeitpunkt gekommen sei, würden die konjunkturstützenden Maßnahmen zurückgenommen.

Anleiheprogramm endet wohl im Herbst

Der Fed-Chef von Dallas, Richard Fisher, sagte nach einer Veranstaltung im texanischen Austin, er gehe davon aus, dass die Fed weiterhin ihr Programm zum Kauf von Wertpapieren drosseln und es im kommenden Herbst beenden werde. Die Zinsen sollten seiner Ansicht nach bis mindestens dahin nahe null bleiben und vermutlich sogar noch einige Zeit danach. Mit dem heraufziehenden Aufschwung hatte die Fed Anfang des Jahres damit begonnen, ihre Geldspritzen zur Förderung der Wirtschaft zu trimmen.

Die US-Konjunktur hat nach Angaben der US-Notenbank in den vergangenen Wochen an Fahrt gewonnen. In den meisten Landesteilen habe die wirtschaftliche Aktivität zuletzt zugelegt, heißt es in der jüngsten Ausgabe des turnusgemäßen Konjunkturberichts der zwölf Fed-Distriktbanken, dem Beige Book. Anfang des Jahres hatte ein Kälteeinbruch das Wachstum noch ausgebremst. Sieben Regionen hätten nun berichtetet, dass die Auswirkung des Winters seitdem weniger stark gewesen sei.

Quelle: n-tv.de

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