Wirtschaft
Ben Bernanke und seine Kollegen wollen der Konjunktur auf die Sprünge helfen.
Ben Bernanke und seine Kollegen wollen der Konjunktur auf die Sprünge helfen.(Foto: picture alliance / dpa)

US-Konjunktur benötigt Schub : Fed kauft weitere Anleihen

Flaue Konjunktur und hohe Arbeitslosigkeit in den USA: Die US-Notenbank Federal Reserve wirft wieder die Notenpresse an. Ob die Beschlüsse die erhoffte Wirkung haben, ist fraglich. Die Fed behält ihre faktische Nullzinspolitik bei. Sie liegt in der Spanne zwischen 0 und 0,25 Prozent.

Die US-Notenbank Federal Reserve hat angesichts der schwachen Konjunktur in den Vereinigten Staaten wie erwartet weitere geldpolitische Lockerungen beschlossen. Die Fed will vom nächsten Jahr an langfristige Staatsanleihen in Höhe von monatlich etwa 45 Milliarden Dollar aufkaufen, teilten die Zentralbanker zum Abschluss ihrer zweitägigen Zinssitzung mit.

Der Ankauf langfristiger Anleihen ersetze die sogenannte Operation Twist, die zum Jahresende ausläuft. In der 2011 aufgelegten Aktion kauft die Fed kurzfristig fällige Anleihen auf und tauscht sie gegen langlaufende Papiere um, um auf diese Weise langfristig Zinsen zu drücken.

Die faktische Nullzinspolitik der US-Notenbank soll beibehalten werden, bis die Arbeitslosenquote unter 6,5 Prozent fällt. Derzeit liegt die Rate bei 7,7 Prozent. Die Fed erwartet in den nächsten Jahren eine nur zähe Erholung am Arbeitsmarkt. Sie rechnet für 2013 mit einer Erwerbslosenquote von 7,4 bis 7,7 Prozent. 2014 soll die Rate dann auf bis zu 6,8 Prozent sinken. Erst 2015 kommt demnach das Ziel Vollbeschäftigung in greifbare Nähe, wenn die Quote auf 6,0  bis 6,6 Prozent sinken soll.

Der im September beschlossene Ankauf von Hypothekenpapieren in Höhe von 40 Milliarden Dollar (rund 31 Mrd Euro) monatlich soll ebenfalls fortgesetzt werden, wie die Fed weiter bekanntgab.

Die weiteren geldpolitischen Lockerungen waren allgemein erwartet worden: Fed-Chef Ben Bernanke deutete in den vergangenen Wochen mehrfach weitere Schritte an, um der Konjunktur auf die Sprünge zu helfen. Ziel ist es, zusätzliches Geld in die Wirtschaft zu pumpen, langfristige Zinsen niedrig zu halten und so Investitionen anzukurbeln. Bereits vor der offiziellen Ankündigung gab der Dollar nach, an den europäischen Märkten zog der Euro an.

"Erhebliche Risiken"

Zugleich bekräftigte die Fed ihre anhaltende Sorge um die konjunkturelle Entwicklung in der weltgrößten Volkswirtschaft. Ohne weitere politische Hilfen "dürfte das Wirtschaftswachstum nicht stark genug sein, um anhaltende Verbesserungen der Arbeitsmarktbedingungen zu erreichen". Offenbar mit Blick auf die Eurokrise sprach die Fed von "erheblichen Risiken" durch Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten.

Erst im September hatte die Fed mit einer dritten geldpolitischen Lockerung innerhalb von knapp vier Jahren Dampf gemacht. Der Ankauf von 40 Milliarden Dollar monatlich in Hypothekenpapieren solle so lange andauern, bis sich der Jobmarkt erholt, hieß es damals zur zeitlichen Begrenzung.

Insgesamt habe sich das Portfolio der Notenbank durch die verschiedenen Ankäufe auf derzeit 2,9 Billionen Dollar erhöht, berichteten US-Medien. Es sei damit rund dreimal so groß wie vor Ausbruch der Finanzkrise 2008.

Allerdings stellen Kritiker die Effektivität der erneuten geldpolitischen Lockerung infrage. Es sei ungewiss, ob die Maßnahmen tatsächlich den gewünschten Erfolg der Konjunkturankurbelung haben. Zudem bestehe die Gefahr, dass langfristig die Inflation angeheizt werde.

Quelle: n-tv.de

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