Wirtschaft
Die Geldpolitik der Fed wirkt sich auch auf die Edelmetall-Preise aus.
Die Geldpolitik der Fed wirkt sich auch auf die Edelmetall-Preise aus.(Foto: REUTERS)

Stichwort: "Tapering": Fed nimmt Edelmetallen den Glanz

Als sichere Hafen gilt Gold, als Inflationsschutz. Aber der ist derzeit nicht gefragt. Nicht mehr - denn die Marktteilnehmer sehen einen Ende der ultra-lockeren Geldpolitik der US-Notenbank nahen. Das drückt auf den Preis. Aber warum fällt Silber noch stärker?

Gold und Silber sind bei den Anlegern derzeit wenig gefragt. Speziell der Silberpreis gab allein am Donnerstag kräftig nach. Die Feinunze Silber verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 21,88 Dollar. Für den Goldpreis ging es ebenfalls nach unten, wenn auch nicht ganz so deutlich. Für die Feinunze Gold wurden 1320 Dollar gezahlt, das sind 1,6 Prozent weniger als am Mittwoch. Als Inflationsschutz werden beide Edelmetalle nämlich uninteressant, wenn die US-Notenbank ihre derzeit ultra-lockere Geldpolitik wieder zu straffen beginnt.

Dass dies schon sehr bald der Fall sein könnte, hat die Federal Reserve den Anlegern am Mittwoch verdeutlicht. Zwar ließ die Fed den Leitzins nahe null und kündigte an, ihre Käufe von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren im monatlichen Volumen von 85 Milliarden Dollar fortzusetzen, doch ließ sie keine Neigung zu einer noch stärkeren Lockerung ihrer Geldpolitik erkennen. Obwohl die jüngsten US-Konjunkturdaten überwiegend schwächer waren und die Wirtschaft unter der zeitweiligen Schließung staatlicher Einrichtungen als Folge des Streits um die Schuldengrenze der USA gelitten hat, stellte die Notenbank im Begleitkommentar zu ihrem Zinsentscheid fest, dass sich die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten erholt habe.

Stichwort: "Tapering"

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Analysten interpretierten das als Hinweis darauf, dass die Fed schon auf ihrem Treffen im Dezember das "Tapering" beschließen könnte, womit die allmähliche Verringerung der monatlichen Wertpapierkäufe gemeint ist. Die Aussagen der Fed lesen sich "falkenhafter", wie Jim Wyckoff, Leitender Analyst bei Kitco.com, anmerkt. Das heize Spekulationen um einen Ausstieg aus dem Wertpapierkaufprogramm schon im Dezember an. Vorherrschende Meinung am Markt sei das aber nicht, fügt er hinzu.

David Beahm, Executive Vice President der Edelmetallinvestmentgesellschaft Blanchard & Co, glaubt, dass die Fed gar keine andere Wahl hat, als ihre Wertpapierkäufe auf absehbare Zeit im bisherigen Volumen fortzusetzen. Der überraschend schwache Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP vom Mittwoch habe gezeigt, dass die US-Wirtschaft noch lange nicht über den Berg sei, sagt er.

Stärkerer Dollar macht's auch schwieriger

Die Möglichkeit, dass die Fed die geldpolitischen Zügel schon in diesem Jahr straffen könnte, bewegt indessen nicht nur die Kurse der Edelmetalle, sondern auch andere Märkte. Am Devisenmarkt hat der Dollar schon am Mittwoch kräftig aufgewertet und seinen Anstieg am Donnerstag fortgesetzt. Damit werden Rohstoffe, die wie Gold und Silber in Dollar bezahlt werden, für Käufer in anderen Währungen teurer. Diese Investoren halten sich daher zurück, was den Druck auf die Edelmetalle verstärkt.

Dass der Silberpreis stärker nachgibt als Gold, dürfte auch mit der Entwicklung vor dem Fed-Entscheid zu tun haben. Der Silberpreis hat sich bis dahin im Oktober mit einem Plus von 1,2 Prozent nämlich besser entwickelt als der Goldpreis, der ein Minus von 0,2 Prozent aufwies. Im September hatte Gold um 4,9 Prozent nachgegeben, während Silber 7,7 Prozent verlor.

Quelle: n-tv.de

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