Wirtschaft
Die Sportwagen-Schmiede Ferrari hat FiatChrysler jüngst abgespalten.
Die Sportwagen-Schmiede Ferrari hat FiatChrysler jüngst abgespalten.(Foto: REUTERS)

Magerer Ausblick: FiatChrysler tritt auf die Euphorie-Bremse

Für das vergangene Jahr meldet FiatChrysler solide Zahlen. Doch offenbar beginnt nun eine Durststrecke. Umstrukturierungen und Modell-Wechsel werden das Ergebnis belasten. Dann aber will der Konzern wieder mächtig Tempo machen.

Starke Geschäfte in Europa und Nordamerika haben FiatChrysler zum Jahresende überraschend deutlich die Kassen gefüllt. Vor allem der Kleinwagen Fiat 500 und die sportliche Variante des Jeep verkauften sich gut. Für das laufende Jahr zeigte sich der Konzern pessimistischer als gedacht. Das operative Ergebnis stieg den Angaben zufolge im vierten Quartal um knapp 40 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro.

Der Umsatz - inklusive der jüngst abgespaltenen Sportwagen-Sparte Ferrari - kletterte ebenfalls überraschend deutlich um elf Prozent auf 30,1 Milliarden Euro. In Nordamerika, dem mit Abstand wichtigsten Markt von FiatChrysler, kletterte der Umsatz um knapp ein Viertel. In Europa wurden zwölf Prozent mehr erlöst.

Werden die Belastungen außen vor gelassen, kletterte das Ergebnis mit 1,12 Milliarden Euro auf mehr als das Doppelte. Insgesamt verbuchte Fiat den Angaben zufolge in den drei Monaten eine Belastung von 1,1 Milliarden Euro vor Steuern. Darin enthalten seien 834 Millionen Euro an Abschreibungen und Kosten im Zusammenhang mit der Verlagerung der Produktion. Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne hatte vergangenes Jahr angekündigt, einen Teil der Fertigung aus den USA nach Mexiko zu verlagern. Damit soll die Produktion der Marken Jeep und Ram, mit denen Fiat höhere Margen erzielt, gesteigert werden.

Hoffnung auf 2018

Überraschend sagte Fiat Chrysler für 2016 aber lediglich einen Gesamt-Umsatz von "mehr als 110 Milliarden Euro" voraus. Das sind fünf Milliarden weniger als von Analysten erwartet. 2015 hatte der Konzern ohne die Sportwagen-Sparte Ferrari 111 Milliarden Euro erlöst. "Die Ergebnisse sind stark und der Ausblick solide, aber zurückhaltend", sagte ein Händler. "Und die Frage bleibt, wie es Fiat Chrysler gehen wird, sollte es am US-Markt schlechter laufen." Das bereinigt Nettoergebnis sieht das Unternehmen bei 1,9 Milliarden Euro.

Für 2018 erhöhte der Autobauer dagegen überraschend seine Prognosen. Beim bereinigten Gewinn werden nun 8,7 bis 9,8 Milliarden Euro vorausgesagt, beim Umsatz 136 Milliarden. Zuvor war der Konzern von einem Gewinn von 8,3 bis 9,4 Milliarden Euro und Erlösen von 129 Milliarden Euro ausgegangen.

Konzern-Chef Marchionne erklärte zudem, die Produktion des Kompaktklassewagen Dodge Dart und des Mittelklasse-Pkw Chrysler 200 in den nächsten Jahren in den USA auslaufen zu lassen. Man suche nun nach Partnern, die Kapazitäten stellen könnten, um diese Pkw weiter anzubieten. Fiat Chrysler müsse seine Produktion an die Nachfrage anpassen, um profitabel arbeiten zu können. In den USA geht der Trend hin zu sportlichen Geländewagen und Pickup-Trucks.

Quelle: n-tv.de

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