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Im Moment hat der Dreamliner viel Bodenkontakt.
Im Moment hat der Dreamliner viel Bodenkontakt.(Foto: picture alliance / dpa)

Warum brennen Dreamliner-Akkus?: Fieberhafte Suche nach Fehlern

Die Hoffnungen für Boeing, den Dreamliner bald wieder in die Luft zu bekommen, schwinden: Bei der Suche nach der Ursache für verkohlte Batterien an Bord der Jets wird immer komplexer. Im Fokus der Ermittler stehen Zulieferer in Japan und den USA.

Eine demolierte Batterie aus einer havarierten ANA-Maschine.
Eine demolierte Batterie aus einer havarierten ANA-Maschine.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach der Pannenserie beim Boeing-Großflugzeug Dreamliner will die US-Behörde für Verkehrssicherheit (NSTB) zwei Zulieferer des US-Flugzeugbauers unter die Lupe nehmen. Wie die Behörde mitteilte, schickt sie diese Woche Mitarbeiter in den US-Bundesstaat Arizona zu dem Unternehmen Securaplane in Tucson sowie zu Pratt & Whitney Power, ehemals Sundstrand, in Phoenix. Sie stellen den Starter und das Ladegerät der Batterie der Boeing 787 her.

Vergangene Woche war ein Dreamliner der der japanischen Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) in Takamatsu notgelandet, nachdem Rauch entstanden und von der Batterie des  Fliegers ein starker Geruch ausgegangen war. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verhängte vergangene Woche wegen Zwischenfällen mit brennenden Batterien an Bord von Dreamlinern ein weltweites Flugverbot für alle im Einsatz befindlichen 50 Maschinen. Boeing stoppte daraufhin am vergangenen Freitag die Auslieferung des Dreamliner.

Boeing baut beim Dreamliner Lithium-Ionen-Batterien ein, weil sie leichter und leistungsfähiger sind als herkömmliche  Nickel-Cadmium-Batterien. Die Entwicklung des aus Leichtmaterial gebauten und damit treibstoffsparenden Dreamliners war als Meilenstein in der Luftfahrt gefeiert worden. Die Lithium-Ionen-Batterien können aber leicht heiß werden und dann Feuer fangen.

Die Lage ist angespannt

Fieberhaft verfolgen die Experten mittlerweile völlig unterschiedliche Fährten. In Japan konzentriert sich die Untersuchung der Notlandung seit kurzem auf den Boeing-Zulieferer GS Yuasa, der Batterien für die 787-Maschinen  herstellt. Die Batterien bilden einen wichtigen Bestandteil in Boeings 787 Dreamlinern. Das Verkehrsministerium in Tokio hob allerdings hervor, dass die Untersuchungen nicht bedeuteten, dass der japanische Zulieferer als Verursacher der Pannenserie beim Dreamliner angesehen werde. 

Die Lage ist angespannt, verraten unterrichtete Personen aus dem Umfeld der US-Untersuchung. So machten die US-Fahnder Druck auf ihre japanischen Kollegen, mehr Zugang zu ihren bisher ermittelten Daten zu gewähren. Gleichzeitig drängen Boeing und Fluglinien, die Kunden von Boeing sind, Ermittlerteams auf beiden Seiten des Pazifiks dazu, rasch Antworten vorzulegen.

Wie das "Handelsblatt" meldet, fürchtet nun auch der französische Elektronikkonzern Thales zur Verantwortung gezogen zu werden. Er ist für die Stromversorgung von Boeings Pannenflieger Dreamliner zuständig.

Sollten unterschiedliche Gründe zu den Zwischenfällen geführt haben, könnte das die Ermittlungen verlängern und Boeings Hoffnungen zerschlagen, seine Dreamliner bald wieder in die Luft zu bekommen.

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Quelle: n-tv.de

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