Wirtschaft
Keine Zeit zum Zurücklehnen: Deutschland herrscht nicht ewig Sommer.
Keine Zeit zum Zurücklehnen: Deutschland herrscht nicht ewig Sommer.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 08. August 2012

Ratingurteile isolieren Moody's: Fitch glaubt fest an Deutschland

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Es ist ein Signal der Zuversicht, mit dem sich die Ratingagenturen Fitch und S&P gegen das Urteil von Moody's stellen: Deutschland behält die Topnote "AAA". Der Ausblick bleibt stabil. Für Zweifel an der finanziellen Stärke bleibt angesichts der deutschen Wirtschaftskraft kein Platz.

Erstaunlich: Selbst ein EFSF-Ernstfall würde Deutschlands Schuldenquote nur um 7 Prozentpunkte bewegen. Fitch hebt den Daumen.
Erstaunlich: Selbst ein EFSF-Ernstfall würde Deutschlands Schuldenquote nur um 7 Prozentpunkte bewegen. Fitch hebt den Daumen.(Foto: picture alliance / dpa)

Die Ratingagentur Fitch hat die Bestnote Deutschlands in ihrer Beurteilung der staatlichen Kreditwürdigkeit bestätigt.

Das Rating laute weiter "AAA", teilte die Agentur mit. Trotz der europäischen Schuldenkrise entwickele sich die Wirtschaft des Landes weiter robust, schrieben die Fitch-Analysten.

Mit einer Herabstufung sei nicht zu rechnen. Der Ausblick bleibe "stabil", hieß es. Ausdrücklich verwies Fitch auf die robuste wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren. Die Industrie vermisst Aufträge flossen offenbar noch nicht in die Betrachtung ein.

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Erst Anfang August hatte auch Standard & Poor's (Deutschland bleibt "AAA" ) die Bestnote für Deutschland bestätigt. Dagegen hatte Rating-Wettbewerber und den Ausblick von "stabil" auf "negativ" gesenkt.

"Vor dem Hintergrund einer fragilen Erholung der Weltwirtschaft und der Intensivierung der Eurozonen-Krise hat Deutschland ein starkes Wirtschaftswachstum und einen Rückgang in der Arbeitslosigkeit verzeichnet", begründete Fitch die aktuelle Entscheidung. Dies sei zum Teil auf die vorausgegangenen Strukturreformen zurückzuführen.

Deutschland sei das einzige Land unter den großen entwickelten Volkswirtschaften, so heißt es bei Fitch, das im ersten Halbjahr 2012 eine geringere Erwerbslosenquote aufweise als 2007, dem Jahr des Ausbruchs der Finanzkrise.

Stabile Banken, blühende Landschaften?

Der deutsche Finanzsektor habe sich zudem seit 2009 stabilisiert. Liquidität sei reichlich vorhaben. Die Banken hätten ihre Kreditrisiken im Euroraum seit Sommer 2008 um gut 30 Prozent reduziert.

Deutschland, so erklären die Analysten weiter, hätte nun "alle Zutaten", um den Weg in Richtung Schuldenabbau einzuschlagen: Die Wirtschaft wachse, das Haushaltsdefizit sei moderat und das Zinsniveau sei rekordniedrig.

Auch die Risiken aus dem weiteren Verlauf der Schuldenkrise hält Fitch für überschaubar: Selbst wenn Deutschland im Rahmen seiner Moody's rüttelt am Rettungsschirm -Verpflichtungen voll einspringen müsste, rechnet Fitch nur mit einem Anstieg der Staatsschuldenquote um sieben Prozentpunkte.

Erfolge am Kapitalmarkt

An den Märkten scheint sich unterdessen die Einschätzung der Geldgeber mit der Bewertung von Fitch und S&P auf den ersten Blick zu decken. Bei seinen jüngsten Schritten am Markt blieb der Bund erneut nur knapp unter dem Niedrigzinsrekord. Nach wie vor kann sich Deutschland jedoch zu extrem günstigen Bedingungen neue Finanzmittel sichern.

Bei einer Aufstockung zehnjähriger Bundesanleihen um 3,4 Mrd. Euro fiel der Hammer zur Wochenmitte bei einer durchschnittlichen Rendite von 1,42 Prozent. Bei der letzten Versteigerung am 11. Juli hatte die Rendite noch etwas niedriger bei 1,31 Prozent gelegen und damit den tiefsten Stand aller Zeiten erreicht, teilte die mit dem Schuldenmanagement des Bunds beauftragte Finanzagentur mit.

Die Nachfrage stieg gegenüber der vorherigen Auktion leicht an und hätte ausgereicht, um das 1,8-fache der Papiere zu platzieren.

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Quelle: n-tv.de

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