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Lange Schlangen vor dem Sicherheitscheck: Am Flughafen Köln herrscht wenig vorweihnachtliche Stimmung.
Lange Schlangen vor dem Sicherheitscheck: Am Flughafen Köln herrscht wenig vorweihnachtliche Stimmung.(Foto: dpa)

Probleme im Flugverkehr: Flughäfen verdauen den Streik

Für Flugreisende beginnt die neue Woche im Stress: Schnee, Eis und ein kurzfristig angesetzter Streik des Sicherheitspersonals sorgen für erhebliche Behinderungen. Fast alle Flughäfen in Deutschland sind mehr oder weniger stark betroffen.

Diszipliniert und streikgewohnt: Am Hamburger Flughafen sind die Auswirkungen des Streiks nicht zu übersehen.
Diszipliniert und streikgewohnt: Am Hamburger Flughafen sind die Auswirkungen des Streiks nicht zu übersehen.(Foto: dpa)

Der Warnstreik bei privaten Sicherheitsdiensten hat sich nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport bislang nicht auf den Flugverkehr am größten deutschen Luftdrehkreuz in Frankfurt am Main ausgewirkt. Derzeit gebe es keine Beeinträchtigung am Frankfurter Flughafen, sagte ein Fraport-Sprecher. Angestellte des Betreibers seien nicht am Warnstreik beteiligt.

Die Gewerkschaft Verdi hatte auf den Flughäfen in Frankfurt, Berlin, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Düsseldorf, Bremen, Köln-Bonn und Baden-Baden/Karlsruhe zu mehrstündigen Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Der Streik trifft den Flugreiseverkehr in einer Lage, in der Flughafenbetreiber und Fluggesellschaften ohnehin bereits mit den Auswirkungen der winterlichen Witterungsbedingungen zu kämpfen haben.

Mit dem Ausstand will Verdi die Forderung nach einem neuen Manteltarifvertrag mit Regelungen für die Arbeitsbedingungen unterstreichen und Druck auf den Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) machen. Die Verhandlungen mit dem BDSW über einen Manteltarifvertrag im Sicherheitsbereich Aviation für 15.000 Beschäftigte waren Mitte November gescheitert. Auch in der vierten Verhandlungsrunde konnten sich beide Seiten nicht auf eine tragfähige Lösung einigen. Verdi fordert die Abschaffung befristeter Arbeitsverträge und einheitliche Arbeitsbedingungen.

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Der überraschende Warnstreik privater Sicherheitsleute scheint sich unterdessen auch am zweitgrößten deutschen Flughafen "Franz-Josef Strauß" bei München bislang kaum negativ auf den Flugbetrieb auszuwirken. Bis zum Mittag sei lediglich ein Flug aus Hamburg gestrichen worden, sagte ein Sprecher des Münchner Airports. Allerdings gebe es einige verspätete Maschinen, die zum Teil eine Stunde hinter dem Zeitplan liegen.

Am Berliner Flughafen Tegel mussten nach Angaben der Betreiber bislang 33 Flüge komplett gestrichen werden. "Witterungsbedingt hatten wir keine Ausfälle, aber der Streik hat uns erwischt", sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft. Am Flughafen Schönefeld hätten wegen des Streiks keine Flüge abgesagt werden müssen. An beiden Standorten werde es allerdings den Tag über weiter zu Verspätungen wegen des Warnstreiks am Morgen kommen.

Winter überlagert Verdi

Ob die Flieger aber wegen des Streiks oder des winterlichen Wetters verspätet seien, könne man nicht feststellen. Die Schneefälle der vergangenen Nacht behindern den Flugverkehr in München jedenfalls nicht. "Wir haben beide Bahnen offen und normalen Flugbetrieb", sagte der Sprecher.

Begonnen hat der Ausstand an den Flughäfen Köln-Bonn, Düsseldorf, Stuttgart und Baden-Baden/Karlsruhe. Gegen 5 Uhr folgten dann die Beschäftigten in Hannover, Bremen und Berlin Schönefeld gefolgt von Tegel. An den Drehkreuzen Frankfurt und Hamburg wurde die Arbeit dann ab 6 Uhr niedergelegt. Bisher hätten etwa insgesamt 1000 Beschäftige die Arbeit niedergelegt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Sander.

Flugreisende müssen dennoch weiterhin mit Verspätungen und Flugausfällen im deutschen Luftreiseverkehr rechnen. Die Fluggesellschaften rufen Reisende dazu auf, sich frühzeitig telefonisch oder im Internet über den Status ihrer Flugverbindung zu informieren.

Eine Übersicht zu den gestrichenen Flugverbindungen bei der Deutschen Lufthansa finden Sie hier.

Quelle: n-tv.de

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