Wirtschaft
90 Flüge wurden aufgrund des Streiks komplett gestrichen.
90 Flüge wurden aufgrund des Streiks komplett gestrichen.(Foto: dpa)

Warnstreiks beendet: Flughafen Frankfurt wieder am Start

Nach einem chaotischen Tag wegen eines Warnstreiks des Sicherheitspersonals läuft der Betrieb am Frankfurter Flughafen wieder nahezu reibungslos. Anfang März verhandeln Arbeitgeber und Arbeitnehmer weiter.

Nach dem Warnstreik des Sicherheitspersonals hat sich der Betrieb am Frankfurter Flughafen wieder normalisiert. "Es gibt zwar vereinzelt Schlangen, aber bis zum Mittag dürfte sich die Lage komplett beruhigt haben", sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Im Tagesverlauf sei mit rund 10.000 zusätzlichen Passagieren zu rechnen, da diese am Vortag nicht fliegen konnten. Flugausfälle seien nicht zu erwarten, heißt es weiter.

Der Streik hatte den Flughafen am Freitag ins Chaos gestürzt. Rund 100 Flüge der 1300 Flüge wurden gestrichen, davon allein 40 bei der Lufthansa. Etwa 37.000  Passagiere seien betroffen gewesen, sagte ein Fraport-Sprecher.  Wegen des Andrangs wurden die Zugänge zu den Sicherheitskontrollen geschlossen. Viele Passagiere, die ins Wochenende starten wollten, saßen fest oder mussten auf die Bahn ausweichen. Die Nacht auf Samstag verbrachten rund 250 gestrandete Passagiere auf Feldbetten im Flughafen-Terminal, wie der Sprecher weiter sagte.

Sowohl der  Flughafenbetreiber als auch die Lufthansa kritisierten den Streik  scharf. Auch die im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) organisierten Arbeitgeber bezeichnete die Aktion als "völlig überzogen".

Die Gewerkschaft Verdi entschuldigte sich bei den Passagieren, verwies  aber darauf, dass das Krisenmanagement am Flughafen nicht in ihrer Hand liege. Insgesamt zog Verdi eine positive Bilanz der Aktion. Die Gewerkschaft sei von der Beteiligung an dem Ausstand "völlig  berwältigt", erklärte der Leiter des Streiks, Mathias Venema, am Vorabend. Die große Beteiligung von mindestens 800 Angestellten zeige, "dass es den Beschäftigten ernst ist".

Verdi hatte die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen an Deutschlands größtem Flughafen dazu aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. In dem Bereich arbeiten 5000 Beschäftige. Die Gewerkschaft will damit ihrer Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro Nachdruck verleihen. Derzeit verdienen die Fluggast-Kontrolleure 11,70 Euro in der Stunde. Der Arbeitgeberverband BDSW nannte die Vorstellungen von Verdi überzogen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 5. März angesetzt.

Quelle: n-tv.de

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