Wirtschaft
Hersteller von Smartphones betreiben laut den Marktforschern den Wettbewerb vor allem über den Preis.
Hersteller von Smartphones betreiben laut den Marktforschern den Wettbewerb vor allem über den Preis.(Foto: picture alliance / dpa)

Preiskampf bei Tablets und PC: Forscher kassieren IT-Wachstumsprognose

Die Experten des Instituts Gartner senken ihre Umsatzprognose für die IT-Branche in diesem Jahr. Ein Grund dafür sei der Preiskrieg zwischen den Anbietern, etwa bei den Smartphones. Auch bei den Vorhersagen für das Cloud-Geschäft rudern sie zurück.

Weniger optimistisch für den diesjährigen IT-Markt als noch im Frühjahr ist das IT-Marktforschungsinstitut Gartner. Mangelnde Produktdifferenzierung führe zu einem verschärften Wettbewerb und drücke die Preise, hieß es. Das Institut sieht die Ausgaben für IT in diesem Jahr nur noch um 2,1 Prozent auf 3,7 Billionen US-Dollar steigen. Im April hatte Gartner ein Wachstum um 3,2 Prozent auf 3,8 Billionen prognostiziert. Im vergangenen Jahr stagnierten die Ausgaben allerdings nahezu.

Die Produkte der Branche würden rascher zu Allerweltsgütern als erwartet, sagte Gartner-Analyst John Lovelock dem "CIO Journal". Als Beispiel nennt er das iPhone von Apple. In den vergangenen fünf Jahren habe es zu den führenden technischen Innovationen gezählt. Nun unterscheide es sich in Form und Ausstattung kaum mehr von Produkten anderer Anbieter. "Der Wettbewerb wird über den Preis ausgefochten."

Der Markt für Geräte wie PC, Mobiltelefone, Tablets, Drucker und die sogenannten Ultra-Mobile PC wird nach neuester Einschätzung von Gartner in diesem Jahr um 1,2 Prozent auf 685 Milliarden Dollar wachsen. Bislang war das Institut von 689 Milliarden Dollar ausgegangen.

Wettbewerb lässt Preise sinken

Der Preiskrieg macht indessen auch vor der Cloud und den Software-as-a-Service-Angeboten (SaaS), bei denen externe Dienstleister Software und IT-Infrastruktur betreiben, nicht halt. Auch die Ausgaben dafür wüchsen langsamer als erwartet, weil der Wettbewerb der großen Cloud-Anbieter zu drastisch niedrigeren Preisen geführt habe. Gartner schätzt, dass die Ausgaben für IT-Service, die vergangenes Jahr stagnierten, in diesem Jahr um 3,8 Prozent auf 967 Milliarden Dollar steigen. Bisher hatten die Marktforscher hier ein Plus von 4,6 Prozent erwartet.

Cloud und dezentrale Angebote, die größere Skalierbarkeit ermöglichten, haben nach Meinung des Gartner-Analysten Lovelock immer noch Wachstumspotenzial. Auf sie entfalle bislang aber nur ein relativ kleiner Teil der IT-Ausgaben. Die Ausgaben für Datenzentren sieht das Marktforschungsinstitut 2014 um 0,4 Prozent auf 140 Milliarden Dollar steigen, nachdem dieses Segment im vergangenen Jahr leicht geschrumpft war.

Die diesjährigen Softwareausgaben der Unternehmen werden auf 321 Milliarden Dollar geschätzt. Verglichen mit dem Vorjahr wäre das ein Plus von 6,9 Prozent. Vor allem die Ausgaben für Software zur Verwaltung von Datenbanken dürften steigen, weil Unternehmen immer größere Datenmengen zu verwalten hätten.

Die Rolle der verantwortlichen Manager, der Chief Investment Officers (CIO), ändere sich ebenfalls, sagt Lovelock. Die Verteilung der Ausgaben zeige, dass sie von Einkäufern zu Koordinatoren vieler dezentraler Systeme würden. Das klassische Datenzentrum sei nicht länger der Nabel der Welt, weil einzelne Geschäftsbereichen größere Technik-Budgets erhielten, die Nutzung der Cloud immer gängiger werde und Mitarbeiter persönliche Geräte am Arbeitsplatz nutzten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen