Wirtschaft
Container im Hamburger Hafen.
Container im Hamburger Hafen.(Foto: picture alliance / dpa)

DIW verbreitet Optimismus: Forscher sehen solides Wachstum

Deutschlands Wirtschaftswachstum wird nach Ansicht des DIW in den kommenden Monaten zwar an Dynamik verlieren. Das ist den Konjunkturforschern zufolge aber kein Grund zur Beunruhigung. Auch der Syrien-Konflikt ändert an dieser Einschätzung nichts.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht Deutschland weiterhin auf einem soliden Wachstumspfad. Im dritten Quartal, von Juli bis September, werde die Wirtschaftsleistung voraussichtlich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal steigen, hieß es im aktuellen Konjunkturbarometer des Instituts. "Das ist zwar weniger dynamisch als im zweiten Quartal, gerade nach einem kräftigen, durch Nachholeffekte geprägten Anstieg ist das aber ein merkliches Plus", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner.

Im Frühjahr hatte es mit 0,7 Prozent noch das kräftigste Wachstum seit mehr als einem Jahr gegeben. Allerdings trugen dazu Nachholeffekte wesentlich bei - vor allem am Bau, wo der lange Winter zu Verzögerungen geführt hatte.

Für ein robustes Wachstum spricht auch das Ifo-Geschäftsklima. Es legte im August den vierten Monat in Folge zu und ist so gut wie seit April 2012 nicht mehr. Dafür sorgten anziehende Investitionen der Industrie und die steigende Nachfrage nach deutschen Autos im Ausland.

Konsum als Konjunkturstütze

Zudem bleibt die Konsumneigung in Deutschland vergleichsweise hoch. Die Stimmung der Verbraucher trübte sich im September zwar erstmals seit Jahresbeginn leicht ein. Doch Volkswirte gaben Entwarnung. "Der Rückgang ist nicht besorgniserregend. Das ist eher eine Stabilisierung auf sehr hohem Niveau", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Zur Sorge um die Konjunktur besteht eigentlich kein Anlass, weil Stimmungsindikatoren der Unternehmen wie der Ifo-Index nach oben zeigen. Der Arbeitsmarkt ist robust, die Einkommen steigen, die Inflation ist gering. Der private Konsum dürfte deshalb weiter kräftig wachsen."

"Ich würde den Rückgang nicht überbewerteten. Das ist keine Trendwende", meinte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. "Die Leute planen weiter große Anschaffungen. Die Rahmenbedingungen bleiben günstig angesichts einer robusten Konjunktur und niedriger Arbeitslosigkeit. Die Stimmung dürfte sich deshalb wieder verbessern."

Einstellungen nehmen zu

Die Industrie folge seit Monaten einem deutlichen Aufwärtstrend, betonte DIW-Ökonom Fichtner. Die gute Stimmung in den Unternehmen habe sich zuletzt noch einmal verbessert. Das spreche für weitere Zuwächse. Das sollte auch dazu führen, dass die Firmen zusätzliches Personal einstellen. "Der Beschäftigungsaufbau setzt sich fort, verliert jedoch an Schwung", erklärt DIW-Deutschlandexperte Simon Junker. Die Löhne legen weiter zu, wenngleich auch hier das Tempo etwas nachlassen dürfte. Unterm Strich dürften die verfügbaren Einkommen und damit letztlich der private Verbrauch aber weiter merklich steigen."

Die Investitionen in Ausrüstungen haben nach Einschätzung des DIW ihr Tief durchschritten. Angesichts der Unsicherheit über die globalen Rahmenbedingungen dürften sie trotz niedriger Zinsen aber wohl moderat bleiben.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher erwartet keine unmittelbaren Auswirkungen des Syrien-Konflikts auf die deutsche Konjunktur. "Dafür ist die syrische Wirtschaft einfach zu klein", sagte er in der "ARD". Falls sich der Konflikt allerdings auf den gesamten Mittleren Osten ausbreite, seien negative Effekte möglich, wie etwa steigende Öl- und Gaspreise.

Quelle: n-tv.de

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